Mehr als jeder dritte Minderjährige, die mit mentalen Problemen zu kämpfen haben, oder die unter familiären Schwierigkeiten leiden, müssen teilweise über ein Jahr auf Beratung in der Jugendhilfe warten. Dies ist aus Zahlen der flämischen Landesagentur für Familie und Jugend ersichtlich.
Lange Wartezeiten in der Jugendhilfe für Minderjährige in Flandern, die z.B. mentale Probleme haben
Das bedeutet, dass die Betroffenen keine Beratung oder keine Unterbringung oder Betreuung bekommen, wenn sie diese unmittelbar benötigen. Doch wenn junge Menschen lange oder zu lange auf Hilfe warten müssen, werden deren Probleme mitunter noch größer und das merken die Einrichtungen genau dann, wenn die Betroffenen letztendlich doch bei ihnen ankommen.
Nicht selten betrifft dies junge Menschen zwischen 12 und 18 Jahren mit Verhaltensstörungen, aber auch Kinder und Jugendliche aus zerrütteten Familien, die z.B. unter Gewalt zu leiden haben. Das sind akute Probleme, die eigentlich sofort angegangen werden müssten. Nicht selten wird erst eingegriffen, wenn die Lage der Betroffenen eskaliert.
Doch woran liegt das? Ganz einfach, wie anderswo auch, an akutem Personalmangel. Direkte Hilfe bekommen fast nur noch Minderjährige mit extremen Problemen, die dazu noch länger behandelt werden müssen. Inzwischen setzen die Jugendbehörden in Flandern mehr und mehr auf Hilfe zu Hause bzw. vor Ort, doch auch hier werden die Wartelisten immer länger.
