Die britischen Studierenden, die Führungen auf dem Tyne Cot-Soldatenfriedhof für Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg in Passendaele in Westflandern durchführen, werden dieses Jahr auch von Kommilitonen aus Deutschland unterstützt. Seite an Seite bieten die Studierenden aus den Ländern der ehemaligen Kriegsgegner solche Führungen an und zwar mit dem Ziel, deutschen Besuchern zu verdeutlichen, dass sie am Tyne Cot Cemetery nicht als Feinde betrachtet werden.
Deutsche und britische Studierende führten gemeinsam durch den Soldatenfriedhof Tyne Cot Cemetery
Im vergangenen Sommer führten z.B. 3 britische und 2 deutsche Studierende gemeinsam Besucher durch den weltberühmten britischen Soldatenfriedhof Tyne Cot Cemetary in Passendaele in der Nähe der Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs in Westflandern. Die jungen Leute aus Großbritannien meldeten sich dazu bei der Commonwealth War Graves Foundation und ihre deutschen Partner gehörten zu einem Projekt im Rahmen eines Erasmusprogramms von der Universität Paderborn in NRW.
Täglich gaben sie gemeinsame Führungen auf dem Soldatenfriedhof, doch sie waren auch häufig im neuen Besucherzentrum der Commonwealth War Graves Foundation am Meenentor in Ypern zu finden, wo sie Besucher informierten. Das wird auch so bleiben, denn man will hier in Zukunft Besucher aus Deutschland auch in deren Muttersprache ansprechen und informieren.
"Die Deutschen sind hier nicht mehr der Feind"
„Wir finden es fein, dass das jetzt möglich ist. Wir wollen den deutschen Besuchern hiermit auch verdeutlichen, dass sie hier nicht mehr der Feind sind. Wir arbeiten in Richtung einer gemeinschaftlichen Zukunft und die Geschichte ist auch für sie sehr relevant“, so Roel Timmerman, Mitarbeiter der Bildungsabteilung der Commonwealth War Graves Foundation in Westflandern.
Auch die jungen Leute aus Deutschland sind von dem Projekt begeistert, wie die deutsche Studentin Malin Müller aus Dortmund gegenüber VRT NWS angab: „Wir sind sozusagen die Nachkommen des Feindes, also ist es eigentlich sehr symbolisch, dass wir hier mit britischen Jugendlichen zusammenarbeiten können.“
