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Beschluss der neuen wallonischen Regionalregierung: Die Lütticher Straßenbahn wird nicht in die Außenbezirke verlängert

Die Nachricht schlug in Lüttich wie eine Bombe ein. Gerade feierte man die neue Straßenbahn im Stadtzentrum und versicherte, dass diese ab Ende Januar 2025 definitiv in Betrieb genommen werde, da kam die Nachricht von der neuen wallonischen Regionalregierung aus der Landeshauptstadt Namür, dass es für die Verlängerung in Richtung Seraing und Herstal kein Geld geben werde.

Andreas Kockartz
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Das Aus für die Erweiterung in Richtung Westen nach Seraing und nach Nordosten in Richtung Herstal wird wohl aus Kostengründen nicht gebaut. Trotz bereits begonnener Arbeiten und Mitteln, die in die Planung geflossen sind, will die Regionalregierung in Namür nicht mehr weitermachen. 

Laut Adrien Dolimont (MR), Walloniens neuer Ministerpräsident, gebe es in Lüttich zur Straßenbahn kostengünstigere Alternativen.

Offenbar fordert die Koalition aus der liberalen MR und der Zentrumspartei Les Engagés, dass man in der Ardennenmetropole auf Elektro-Busse zur ÖPNV-Verbindung in die Nachbarstädte setzen soll, statt auf die Tram.

Damit würden 5,8 km Straßenbahnstrecke und 11 Haltestellen für die Straßenbahn eingespart.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Place Saint-Lambert im Herzen von Lüttich

Politischer Sinneswandel?

Seltsam mutet an, dass die frankophonen Liberalen MR, die auch in der Vorgängerregierung saßen, das Tramprojekt für Lüttich bisher stets mitgetragen haben. Und die Zentrumspartei Les Engagés nannten die Tramverbindung bis Seraing bis vor Kurzem noch ein „strukturell wichtiges Verkehrsprojekt für Lüttich“. Der frankophone öffentlich-rechtliche Rundfunk RTBF mutmaßt, dass es MR und Les Engagés jetzt darum gehe, Projekte der frankophonen Sozialisten PS auf Eis zu legen…

Vor allem die Bürgermeister der vom Lütticher Tramnetz jetzt abgeschnittenen Vorstädte Herstal, Frédéric Daerden (PS) und Seraing, Déborah Gérardon (PS) sind entsetzt. Sie werfen der Regionalregierung vor, nicht konsultiert worden zu sein. Gérardon zeigt überdies kein Verständnis dafür, dass die Regionalregierung den beteiligten Bauunternehmen lieber Entschädigungen in Millionenhöhe zahle, als das Projekt weiterzuführen. Das sei eher eine Verschwendung von Steuergeldern, als der Bau eines zeitgemäßen Mobilitätsprojekts. 

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