Beamte der belgischen Bundespolizei und des Zolls haben im Hafen von Gent 24 Kilogramm Kokain in einem Kohlenfrachter entdeckt, der aus Kolumbien kam. Die Drogen waren im einem Sack mit einem Netz an der Seitenwand des Laderaums des Schiffes befestigt. Dies ist bereits die vierte Entdeckung von Kokain im Genter Seehafen in diesem Jahr.
Kokainfund in einem Kohlenfrachter aus Kolumbien im Hafen von Gent
Die Drogen wurden bei einer Kontrollaktion in der vergangenen Woche entdeckt. Der Fund wurde erst jetzt bekannt. Gent ist Teil des North Sea Port gemeinsam mit dem niederländischen Vlissingen. Vor allem der Genter Bereich ist als sogenannter Bulkhafen bekannt. Hier wird also vornehmlich Massengut, wie Kohle, umgeschlagen. Und diese Kohle kommt nicht selten aus Lateinamerika.
„Die Kontrolle war eine Zusammenarbeit zwischen der Schifffahrtspolizei und dem Zoll“, so Polizeikommissar Patrick Willockx gegenüber VRT NWS: „Der Genter Hafen wird schon seit einigen Jahren gesondert beobachtet. Wir sehen, dass Schiffe aus Kolumbien oft dazu genutzt werden, um Drogen einzuführen.“
Erfinderische Drogenschmuggler
Für Polizei und Zoll ist die Tatsache, dass der Genter Hafen ein Umschlagplatz für Massengüter ist, Grund genug, Frachter aus Südamerika regelmäßig genauer unter die Lupe zu nehmen: „Das ist mit einem Wohnblock vergleichbar, in dem irgendwo Drogen versteckt sind. So etwas erfordert viel Personal.“ Eine solche Kontrolle eines Hochseefrachters kann schonmal einige Tage in Anspruch nehmen.
Scanner, die ganze Schiffe durchleuchten können, gibt es nicht. Auch deshalb ist die Drogenmaffia erfinderisch: „Zuletzt waren Drogen in einer Lieferung Kohlen versteckt. Wir haben so etwas auch schon im Kran eines Schiffes gefunden oder mit Magneten an der Bordwand befestigt.“
