In Belgien sind nach Angaben der Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) fast 1.200 Höfe und Herden bekannt, in denen das Blauzungen-Virus herrscht. Dabei handelt es sich um mehr oder weniger die gleiche Zahl an Fällen bei Schafen und Rindern. Es sind aber auch einige Ausbrüche bei Ziegen und bei Alpakas bekannt.
Knapp 1.200 Fälle von Blauzunge in Belgien - Tierkörperbeseitigung kommt nicht nach
Bei der FAVV sind aktuell 579 Bauzungenausbrüche bei Schafen bekannt und 601 bei Rindern. Überträger des Virus ist eine bestimmte Mückenart und solange es nicht kalt wird und diese Mücken sterben, wird es einen Rückgang der Blauzungenfälle in unserem Land wohl kaum geben. Die Behörden rechnen erst ab etwa Oktober mit einer Erholung der Zahlen.
Aus den Provinzen Limburg und Antwerpen werden auch Blauzungenausbrüche bei Alpacas bekannt, was eigentlich sehr selten und hierzulande überraschend ist.
Inzwischen kommt das Unternehmen für Tierkörperbeseitigung Rendac in Denderleeuw in der Provinz Ostflandern kaum hinterher. Inzwischen wird dort auch an Samstagen und an Feiertagen gearbeitet. Es gelingt dort gerade noch, die toten Tiere innerhalb von 2 Tagen abzuholen.
Ungeahnte Zahlen
Rendac holt in der Woche bei den betroffenen Höfen 7.500 Tierkadaver ab: 5.500 Schafe und 2.500 Rinder. Das ist ein vielfaches von dem, wie zu normalen Zeiten, heißt es dazu bei dem Unternehmen. Bei Rendac werden diese Tierkadaver zu einem Produkt verarbeitet, das für die Produktion von Treibstoff genutzt wird.
Inzwischen fordert der Verband der flämischen Schafzüchter finanzielle Unterstützung im Kampf gegen Blauzunge, z.B. die Finanzierung von Impfstoffen bzw. Impfungen. Belgiens scheidender Landwirtschaftsminister David Clarinval (MR) ließ aber bereits vor einiger Zeit wissen, dass es keine Pläne gebe, die Impfstoffe zu vergüten.
Hohe Kosten für die Schafzüchter - Wird Lammfleisch jetzt teurer?
Der Sektor der Schafzüchter hat unter der Blauzungen-Krise enorm zu leiden. Es erkranken und verenden zahllose Schafe und die Versorgungs- und Impfkosten gehen zu Lasten der Landwirte. Es ist davon auszugehen, dass die Preise für Lammfleisch deutlich steigen werden.
Insgesamt verendeten bisher rund 11.000 Schafe (in Flandern sind 70.000 Schafe registriert und in ganz Belgien 130.000). Eine Impfung für ein Schaf kostet 4 bis 5 € und die Wirkung zeigt sich erst nach 3 bis 4 Wochen. Und eine Schutzgarantie gibt es nicht wirklich.
