Das Städtische Museum von Brüssel wird 5 Stolpersteine, die an Opfer der Nazi-Herrschaft erinnern, ausstellen. Normalerweise werden solche kupfernen Erinnerungssteine in das Pflaster von Bürgersteigen in der Nähe von Wohnorten der damals Betroffenen eingelassen, doch in Brüssel möchte man die Erinnerung an die Grausamkeiten während des Zweiten Weltkriegs auch dadurch wachhalten, dass man sie in einem Museum zeigt.
Brüssel wird 5 der insgesamt 180 Stolpersteine der Stadtgemeinde im Städtischen Museum ausstellen und dies ist eine Premiere in der Geschichte dieser Erinnerungssymbole an Opfer des Dritten Reichs. Die Aktion begann damit, dass Brüssel einen solchen Stolperstein ankaufte.
Dieser kam von der Vereinigung für die Erinnerung an die Shoah. Hier war man von der Haltung der Stadt Brüssel so berührt, dass man ihr weitere 2 solcher Symbole schenkte. Gunter Demnig aus Berlin, der Initiator der internationalen Aktion, übergab der Stadt noch 2 weiter Stolpersteine.
An wen erinnern diese Steine?
Bei den im Brüsseler Museum ausgestellten Gedenksteinen handelt es sich zum einen um einen Stolperstein für Herschel Grynszpan, ein in der Weimarer Republik geborener und aufgewachsener polnischer Staatsbürger jüdischen Glaubens, der am 7. November 1938 in Paris den deutschen Diplomaten Ernst vom Rath erschossen hatte. Dieses Attentat und die Hetze von Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels lösten letztendlich die „Kristallnacht“ aus.
Die 4 anderen Steine erinnern an Opfer der Repression aus der belgischen Hauptstadt. Das sind Eugène und Léonie Toussaint-Bellon, Widerständler aus der Brüsseler Gemeinde Jette sowie Bereket und Pesa Swiatlowski, ein jüdisches Ehepaar, das 1942 deportiert wurde.
Was bedeuten die Stolpersteine?
Die „Stolpersteine“ genannten Gedenkpflastersteine sind eine Initiative des deutschen Künstlers Gunter Demnig. Es handelt sich um einen kleinen Betonstein, der oben mit einer dünnen Messingplatte abgedeckt ist. Die Tafel enthält die Daten eines Holocaust-Opfers oder eines durch die Nazis ermordeten Widerstandskämpfers: Name, Geburtsjahr, Datum der Deportation, Todesdatum, Name des Lagers, in dem das Opfer starb, oder der Ort, an dem das Opfer hingerichtet wurde.
Seit 1992 erinnert der deutsche Künstler in zahlreichen Ländern mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln an das Schicksal der Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
