In Maaseik in der Provinz Limburg sind vor einigen Tagen die Überreste mindestens eines Gebäudes aus der späten Steinzeit bei Bauarbeiten freigelegt worden. Die archäologische Ausgrabungsstätte könnte ein Hinweis auf eine Siedlung aus dem Neolithikum sein und ist geschätzt 5.000 Jahre alt. Neben Löchern, in denen Pfähle gestanden haben könnten, wurden auch Tonscherben, Werkzeug aus Feuersteil und Fragmente eines polierten Beils gefunden.
Maaseik in Limburg: 5.000 Jahre alte Hinweise auf eine Siedlung ausgegraben
Das späte Neolithikum ist eine Zeit, über die im heutigen belgischen Bundesland Flandern noch nicht wirklich viel bekannt und erforscht ist, so die Archäologin Petra Driesen: „Über diese Periode wissen wir im Vergleich zu den uns umringenden Regionen, wo solche Entdeckungen schon öfter gemacht wurden, relativ wenig.“
Die Entdeckung in Maaseik wirft ein neues Licht auf eine Gesellschaft, die hier vor rund 5.000 Jahren lebte. Und diese Ausgrabung ist von höchstem historischen Wert - nicht nur für die Archäologie in Flandern, sondern auch für das Verständnis zur Landwirtschaft und zur Entwicklung der Zivilisationen im Nordwesten Europas.
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Die hier gefundenen handgearbeiteten Tonscherben und Werkzeuge aus Feuerstein zeugen von einer Gesellschaft, die sich schon vor rund 5.000 Jahren mit Landwirtschaft beschäftigt hat, so Archäologin Driesen: „Die Überraschung ist, dass wir jetzt hier eine Siedlung finden.“ Bisher prägte hier eigentlich die prähistorische Jäger-Sammler-Erscheinung das Bild der Ausgrabungen aus einer viel früheren Zeit.
Maaseiks Bürgermeister Johan Tollenberg ist begeistert davon, dass ausgerechnet am Sint-Jansberg in seiner Stadt solche Entdeckungen gemacht wurden: „Dies ist wissenschaftlich wertvoll und für unsere Gemeinschaft sowie auch für unser regionales archäologisches Museum ebenfalls.“
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Die ausgegrabenen Fundstücke werden jetzt weiter untersucht und dokumentiert, damit man ein besseres Bild vom spätsteinzeitlichen Leben in dieser Region bekommen kann. Die Archäologen wollen auf jeden Fall versuchen, anhand von Kohlenstoff das genauere Zeitfenster, in dem die Siedlung hier bewohnt wurde, einzugrenzen.
Petra Driesen erläutert, dass es sich hier wahrscheinlich um die Reste einer Ansiedlung aus der „Stein-Vlaardingen-Kultur“ (neolithische Kultur in den Niederlanden - Namensgebender Fundplatz ist Vlaardingen bei Rotterdam) handelt. Aus dieser Zeit sind in dieser Region nur spärliche Zeugnisse vorhanden: „Meistens sind solche Funde auch wenig informativ, weil es um nicht zusammenhängende Fundorte ohne Kontext handelt.“ Doch in Maaseik ist das ganz anders: „Dies ist für wie weitere Forschung unglaublich wertvoll.“
