Vor einiger Zeit wurde dem In Flanders Fields-Museum in Ypern in Westflandern ein alter Brief übergeben, der auf dem Tyne Cot Cemetary in Passendaele (ebenfalls Westflandern) gefunden wurde. Der historische Brief wurde dort wohl verloren. Mit Aufrufen in Flandern und in Großbritannien wird jetzt versucht, den Besitzer des Briefes zu finden und dessen Geschichte zu erfahren.
Das In Flanders Fields-Museum sucht den Besitzer eines alten Briefes, der am Tyne Cot Cemetery gefunden wurde
Anfang Juli stieß eine britische Touristin auf dem Friedhof für Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg in Zonnebeke/Passendaele auf einen in Englisch verfassten Brief aus dem Jahr 1918. Darin meldet ein Leutnant Prebble der Ehefrau von Soldat S. Webb, dass dieser vermisst sei: „Es ist möglich, dass er verwundet ist und als Gefangener mitgenommen wurde.“
Die Touristin sprach auf dem Tine Cot Cemetary einige Personen auf den Brief an, fand aber keinen Besitzer. So wendete sie sich in Ypern ans Weltkriegsmuseum und gab ihn dort ab. Dort sagte Direktor Stephen Lodewyck dazu gegenüber VRT NWS: „Wir konnten den Brief keinem Grab zuordnen. Von daher unser Aufruf an den rechtmäßigen Besitzer.“
„Der Brief befand sich in keinem Umschlag. Also wir kennen nur den Namen des Soldaten. Vermutlich ist ein Nachkomme zum Friedhof gekommen, um eine Verbindung zu den Vorfahren von S. Webb zu finden und hat den Brief dort verloren.“
Aufruf auch im Vereinigten Königreich
Das Museum richtet den Suchaufruf auch an die Briten: „Das läuft über die sozialen Medien von Visit Flanders, dem flämischen Tourismusbüro in London. Sie haben dort 200.000 Follower. Wir hoffen, damit eine Chance darauf zu haben, den Besitzer in Großbritannien zu finden.
„Es ist ein sehr emotionales Dokument. Eine Frau wird über den möglichen Tod ihres Mannes informiert. Das Dokument muss mehr als 100 Jahre in der Familie aufbewahrt worden sein. Ich kann mit vorstellen, dass die Besitzer diesen Brief gerne wiederhaben möchten.“
