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Audi in Brüssel - Wie lange noch?
Inland
Wirtschaft

Audi Brussels soll nächste Woche wieder arbeiten - Bald außergewöhnliche Betriebsversammlung - Kundgebung am 16. September

Das Personal des Brüsseler Audi-Werks in Vorst wird möglicherweise ab der kommenden Woche wieder arbeiten. Dies bestätigte ein Sprecher von Audi Brussels. Eigentlich sollten die Bänder diese Woche wieder laufen, doch die Fabrik bleibt länger geschlossen. Wann genau wieder gearbeitet wird, soll diese Woche im Rahmen einer außergewöhnlichen Betriebsversammlung zwischen den Sozialpartnern besprochen werden. Inzwischen kündigen die Gewerkschaften für den 16. Dezember eine Kundgebung des Personals an. 

Andreas Kockartz
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Es ist noch unklar, wann genau bei Audi im Brüsseler Werk in Vorst wieder Autos vom Band laufen. Die Fabrik ist seit einigen Wochen geschlossen - zum einen sind aufgrund der Betriebsferien, zum anderen aber auch, wegen der eher dürftigen Nachfrage nach den dort gebauten Fahrzeugen vom Typ Audi Q8 e-tron.

Anfang Juli kündigte der Ingolstädter Autobauer für das Brüsseler Werk Reformen bzw. eine Umstrukturierung an, denn in der Audi-Chefetage wurde entschieden, aufgrund des schlechten Absatzes des hier gebauten E-Autos und von daraus resultierenden Überkapazitäten die Produktion hier früher als vorgesehen auslaufen zu lassen.

Im Vergleich mit anderen Produktionsstätten von Audi ist die Produktion im belgischen Werk zu teuer. Das liegt u.a. an den hohen Lohnkosten in unserem Land, so Experten, aber auch an der Lage des Werks in der Brüsseler Gemeinde Vorst zwischen einem Wohnviertel und Bahngleisen (Foto ganz unten), was z.B. logistisch problematisch ist und was möglichen Erweiterungen im Weg steht.

Aus Gewerkschaftskreisen, so schreibt die Wirtschaftszeitung De Tijd am Dienstag, ist zu vernehmen, dass Audi bereits mehrmals von Interessenten für die Übernahme des Standorts angesprochen wurde. Hier wolle man aber nur "mit ernstzunehmenden industriellen Partnern" verhandeln.         

Die Schließung droht

Im Rahmen der Umstrukturierung des Standorts werden ab Oktober rund 1.500 Arbeitsplätze hier abgebaut und um Laufe des kommenden Jahres möglicherweise weitere 1.100. Ende 2025 verschwinden dann die letzten Jobs hier und es droht die Stilllegung des Audi-Standorts im früheren Volkswagenwerk in der belgischen Hauptstadt.

Zu einer möglichen Schließung und dem Verlust von rund 3.000 Jobs sei aber noch keine definitive Entscheidung getroffen, heißt es dazu von Seiten von Audi. Mehre Optionen seien möglich, wie die Montage eines anderen Modells oder die Produktion für Komponenten für andere Standorte. Audi Brussels ist ein modernes Werk, dass ganz auf die Produktion von E-Autos zugeschnitten ist. Hier wurden dazu Millionen investiert.

Am Donnerstag, 22. August, findet im Rahmen der gesetzlichen Vorschriften (das sogenannte „Renault-Gesetz“) eine außergewöhnliche Betriebsversammlung statt. Dann werden die Gewerkschaften das Personal über den Stand der Dinge informieren und am Freitag folgen Erläuterungen durch die Direktion des Werks selbst. 

Die Gewerkschaften hatten bereits an diesem Dienstag zu einem Treffen eingeladen, an dem sich hunderte Kollegen beteiligten (Foto unten). Hier wurde verabredet, zu versuchen, so viele Jobs wie möglich zu erhalten. Viele Mitarbeiter hoffen, dass Audi ein anderes Modell hier bauen lässt oder dass der Standort an einen anderen Autohersteller verkauft wird. Hier arbeiten auch und gerade im Bereich E-Autos besonders erfahrene Fachkräfte und das Werk ist auf Elektromobilität zugeschnitten. 

Gewerkschaften bei Audi Brussels: Zwischen Zuversicht und Skepsis...
Kaum Möglichkeiten, das Werk zu erweitern...

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