Zum Hauptinhalt springen
Werke von Thomas Houseago, Matthias Dornfeld, George Condo und der aus dem 17. Jahrhundert stammenden Katharina Pepin

“What’s the story?” im KMSKA: Gegenwartskunst trifft auf Alte Meister

Das vor zwei Jahren vorbildlich renovierte Königliche Museum für Schöne Künste von Antwerpen ist immer einen Besuch wert: In den Sälen hängen rund 650 Werke, darunter wahre Meisterwerke der Kunstgeschichte. Auch die Aufhängungsphilosophie ist bahnbrechend, denn das Museum präsentiert seine Schätze nicht mehr chronologisch, sondern nach Themen. Und nicht zuletzt: die spannenden Ausstellungen. Darunter „What's the story?“, die dem Publikum verblüffende Assoziationen aus verschiedenen Epochen offenbart.  

Martina Luxen
Veröffentlicht:

Das Königliche Museum für Schöne Künste von Antwerpen zählt in seiner Sammlung eine Fülle an Werken aus der Antike bis in die Moderne. Werke von Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart sind eher Ausnahmen. 

Jetzt gönnt sich das Museum mit der zeitlich befristeten, zweiteiligen Ausstellung What's the story? eine spannende Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst.

Die Frage wendet sich direkt an die Besucherinnen und Besucher, sagen die Kuratoren Nico Van Hout und Erno Vroonen:  Sie sollen selbst die Verbindungen zwischen den total verschiedenen Werken und Welten entdecken.  

Catharina Pepijn malte das Porträt von Abt Norbertus van Couwerven. Die Barockmalerin stammte aus einer Kunstmalerfamilie.

Jedes Mal geht es um einige ausgewählte Werke aus der eigenen Sammlung des Antwerpener Museums, darunter große Namen wie Léon Spilliaert, Rik Wouters oder Jean Brusselmans. In den drei Sälen wird die Begegnung mit Gegenwartswerken rund um Zeit, Raum und Macht thematisiert. 

Bemerkenswert: Von der unbekannten Malerin Katharina Pepijn (17. Jahrhundert, oben) hängt das Porträt eines hohen Geistlichen im Saal. Diesem Symbol männlicher Allmacht stellen die Kuratoren die rostenden Riesenmonster des angesagten britisch-US-amerikanischen Künstlers Thomas Houseago (oben und Titelfoto) entgegen.

Wie Künstler verschiedenster Epochen mit der Zeit umgehen, veranschaulicht die Ausstellung u. a. mit zwei vollkommen unterschiedlichen Frauenbildnissen. Sowohl bei Spilliaert (unten) als auch bei Wouters scheint die Zeit stillzustehen.

"Frau am Meer" von Léon Spilliaert aus dem Jahre 1909

Während sie in den Videos der belgischen Filmemacherin Chantal Ackermann quälend langsam vergeht.

Wenn man zeitgenössische und alte Kunst zusammenbringt, entsteht eine große Energie im Raum. So jedenfalls empfindet es Gastkurator Erno Vroonen: „Wenn man diese Assoziationen herstellt, wird etwas geschaffen! Diese Macht liegt im Wesen der Kunst.”

Nico Van Hout, Direktor der KMSKA, sieht ebenfalls einen Mehrwert und eine Logik in der Verbindung früherer Kunstepochen und -werke mit der Gegenwart: “Kunstgeschichte ist eine Geschichte, die man nicht in Stücke schneiden kann. Sie ist ein roman fleuve. Die Künstler von heute stehen auf den Schultern der Giganten der Vergangenheit. Sie setzen sich mit ihnen auseinander, lassen sich von ihnen inspirieren, treten in Dialog. Es gibt immer eine Verbindung, und die will das KMSKA deutlich machen. 

Der abstrakte Maler Koen van den Broek findet seine Inspiration in urbanen Landschaften.

Praktische Infos: Die Ausstellung What's the Story? findet in zwei Ausgaben in den Ensor-Sälen des KMSKA statt:

  • Erste Ausgabe: noch bis 17. November 2024

  • Zweite Ausgabe: 23. November 2024 bis 9. Februar 2025

Skulpturen von Mark Manders im Dialog mit Bildern von Jean Brusselmans.

Lesen Sie mehr über

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5