Mehr als 100 Freiwillige sind am Donnerstag damit beschäftigt, den berühmten Blumenteppich auf dem Brüsseler Großen Markt ( Grand-Place) zu verlegen. Der Blumenteppich ist 70 Meter lang und 24 Meter breit. Zum ersten Mal seit seiner Einführung im Jahr 1971 wird der Brüsseler Blumenteppichs hauptsächlich mit Dahlien und nicht mit Begonien angelegt, denn diese Blumen sind einfach hitzebeständiger. Der Teppich ist fast fertig und wird am Donnerstagabend feierlich eingeweiht. Er kann bis Sonntagabend besichtigt werden.
Vom Jugendstil inspirierter Blumenteppich in Brüssel: Zum ersten Mal aus Dahlien und nicht aus Begonien
Für diese 23. Ausgabe haben sich die Organisatoren an Océane Cornille gewandt. Mit ihrer Kreation „Rhizome“ verweist die Lütticher Straßenkünstlerin auf Brüssel und den Jugendstil. Die in diesem Jahr verwendeten Blumen sind Dahlien, erklärte die Stadt Brüssel.
Inspiriert ist sie vom Konzept des pflanzlichen Rhizoms. Es verweist auf die Metapher des städtischen „Rhizoms“, bei dem sich die Stadtteile in einem komplexen dynamischen Netzwerk zusammenfügen und wieder trennen. „Wie die Wurzeln einer Pflanze kreuzen und überlagern sich diese Linien und schaffen so ein dichtes, organisches Netz, das die Vielfalt und Vitalität Brüssels widerspiegelt“, erläutert die junge Künstlerin.
„Alle zwei Jahre wird der weltberühmte Rathausplatz in der Altstadt Brüssels mit einem Blumenteppich bedeckt. Dieser Teppich wird nach einem Plan und in mehreren Schritten hergestellt. Der Teppich wird von etwa 120 Freiwilligen zusammengelegt, die in weniger als vier Stunden fast eine Million Blumen verlegen“, erklärt die Stadt Brüssel.
Koen Vondenbusch (Foto) ist seit Jahren der Designer des Blumenteppichs. „Wir wollten etwas ganz anderes, also haben wir einer Straßenkünstlerin einen Freibrief gegeben“, erklärt er. „Es gibt ein bisschen Jugendstil und die Brüsseler Stadtteile scheinen sich zu verbinden. Wir haben heute Morgen um 7 Uhr angefangen, wegen der Hitze geht es etwas langsamer voran. Aber wir haben noch Zeit, die offizielle Einweihung findet erst heute Abend statt“.
„Es gibt noch einiges zu tun“, fährt er fort. „Wir arbeiten jetzt hauptsächlich mit Dahlien anstelle von Begonien, da diese hitzebeständiger sind. Die Dahlie ist eine mexikanische Blume, die sehr viel Sonne und weniger Regen mag“.
„Viele Leute schauen uns schon zu, wie wir alles einrichten. Den besten Blick hat man vom Balkon des Rathauses, wo auch unsere Olympiasieger geehrt wurden. Es gibt eine kleine Warteschlange, aber es lohnt sich wirklich. Wir vergessen es manchmal, das ist dieser Platz Brüssel Geschichte ausstrahlt und zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Und einen so riesigen Blumenteppich zu haben, ist wirklich einzigartig“.
Der ehrenamtliche Helfer Steve Berckx aus Leuven nimmt zum ersten Mal teil. „Es ist ein bisschen wie Malen nach Zahlen, man weiß, wo man die Blumen hinlegen muss. Es ist viel Arbeit, aber es ist sehr angenehm, man kann sich auch mit den Leuten neben einem unterhalten. Ich kenne den Designer und die Arbeit ist sehr erfüllend. Das Ergebnis werden wir erst sehen, wenn wir den Blumenteppich gleich selbst vom Balkon des Rathauses aus bewundern dürfen“.
Guy Rombouts hat schon Erfahrung mit der Blumenparade in Loenhout. „Wir haben die Dahlien mitgebracht. Es geht voran, wir sind zahlreich, über 100 Helfer. Ich bin an die Hitze gewöhnt, ich arbeite auf dem Bau“.
Neben dem Blumenteppich können die Besucher auch die Blumenroute in den Straßen rund um den Grand Place in Brüssel bewundern.
