Dieser Mittwoch (14. August) war der letzte Tag im Jahr, an dem die Bauern im belgischen Bundesland Flandern ihre Gülle auf Grasland ausfahren dürfen. Die Agrarverbände hatten darum gebeten, noch zwei Wochen länger hier Gülle sprühen zu dürfen, doch dies wurde von den Landesbehörden abgelehnt.
Die Landwirte in Flandern wollten länger Gülle auf Grasland ausfahren dürfen
Viele flämische Landwirte geben an, ihre Gülle in den vergangenen Monaten durch die Wetterumstände nicht haben sprühen können, weil ihre Grasfelder zu nass waren. Jetzt würden sie mit einem Überschuss an Gülle und Mist leben müssen.
Die flämischen Landesbehörden haben entsprechende Anträge des Bauernbundes und des Bauernsyndikats abgelehnt.
Zum einen argumentieren sie mit Zahlen und Statistiken, nach denen dieses Jahr bereits fast so viel Gülle auf Grasfelder gesprüht worden ist, wie letztes Jahr. Zum anderen aber begründen sie ihre Ablehnung mit der Gefahr einer Zunahme der Nitratverschmutzung der Böden und des Grundwassers.
Verfahren beim EuGH
Den Landwirten in Flandern ist weiter möglich, ihre Gülle auf Ackerland bis Ende August auszufahren, doch das reicht ihnen nicht, wie Lode Ceyssens, der Vorsitzende des flämischen Bauernbundes dazu erklärt: „Die Bauern können nur in Zusammenhang mit den Wetterverhältnissen säen und misten.“
Flandern befindet sich gerade mit der EU-Kommission vor den Europäischen Gerichtshof (EuGH) in einem Verfahren wegen des zu hohen und gesundheitsschädlichen Nitratgehalts in der Umwelt durch die Landwirtschaft. Europa wirft Flandern weiter vor, zu wenig gegen die Verschlechterung der Wasserqualität in Grundwasser und in den Flüssen und Wasserläufen zu unternehmen.
Die niederländischen Behörden hatten ihren Landwirten erlaubt, entgegen den EU-Vorschriften zwei Wochen länger Gülle ausfahren zu dürfen, doch auch damit konnten ihre flämischen Kollegen nicht punkten.
