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Belgiens nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch im VRT-Radiostudio
Inland
Justiz

Umgekehrte Beweislast in der Drogenfahndung? "Belegen, dass man sein Protzauto mit sauberem Geld gekauft hat!"

Belgiens nationale Drogenkommissarin Ine Van Wymersch (Foto) plädiert dafür, dass im Kampf gegen die Drogenkriminalität die Beweislast umgekehrt werden sollte. Junge Leute, die z.B. entgegen ihrem eigentlichen sozialen Status mit Superautos herumfahren, sollten beweisen, dass sie diese auf legale Weise und mit „sauberem Geld“ finanziert haben.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Brüssel ist in diesem Monat schon wieder von 2 Schießereien aufgeschreckt worden, bei denen Polizei und Justiz von Abrechnungen in der Drogenszene ausgehen.

Drogenkommissarin Ine Van Wymersch sagte am Dienstagmorgen im VRT-Radio-Morgenmagazin „De Ochtend“ („Der frühe Morgen“), dass in unserem Land unbedingt präventiv gegen die Drogenkriminalität vorgegangen werden müsse: „Drogengewalt ist immer Angebotsgerichtet. Kriminelle Organisationen werden immer wieder einen Markt finden und sie werden immer wieder neue Produkte auf den Markt bringen.“

Erst Prävention und dann Repression?

Einfach nur Drogensüchtige zu schnappen, reiche nicht, so Van Wymersch: „Es ist nicht so, dass wenn wir mit harter Hand alle Konsumenten hinter Schloss und Riegel bringen, das wir das Verdienstmodell der Banden brechen.“ Prävention und Hilfeleistung stehen voran und Repression sollten erst dann folgen, so die nationale Drogenkommissarin.

Herangehensweise aus dem Ausland einführen

„Wir müssen die Leute informieren und sensibilisieren, doch um Menschen ein anderes Verhalten nahezubringen, ist mehr nötig“, so Van Wymersch. Man müsse das Verdienstmodell der Banden brechen, in dem man den Fiskus hinzuzieht. Das bedeutet, dass man die Beweislast umkehren müsse, wenn Verdächtige über ihrem sozialen Stand leben.

„Wenn junge Leute mit einem teuren Wagen fahren, aber kein belegbares legales Einkommen haben, müssen sie Beweise vorlegen. Ist das nicht der Fall, dann sollte es zu steuerlichen Sanktionen und Kontrollen kommen“, so die Drogenkommissarin: „Dieses System funktioniert in anderen europäischen Ländern. Das können wir perfekt auch in unserem Land einführen.“  

Niederländische Polizisten überpfüfen einen verdächtigen Luxussportwagen... (Archivfoto)

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