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Die Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula

Wurden zur Napoleonischen Zeit geheime Signale vom Turm der Brüsseler Kathedrale aus gesendet?

Über dem Nordturm der Brüsseler Kathedrale St. Michael und St. Gudula weht manchmal eine belgische Flagge an einen Mast. In der Reihe Big City der Brüsseler Nachrichtenplattform BRUZZ wird die Frage beantwortet, ob von dort aus während der Herrschaft Napoleons von dort aus auch geheime Botschaften gesendet wurden. Und die Antwort lautet „ja“. Doch was hatte es damals damit auf sich? 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Napoleon ließ Nachrichten über die Brüsseler Kathedrale Senden und dazu brauchten seine Nachrichtentechniker einen sogenannten „Optischen Telegrafen“, eine Erfindung des französischen Priesters Claude Chappe. In weniger als 25 Minuten konnten Meldungen über den „Chappe-Telegrafen“ zwischen Lille in Nordfrankreich und Paris hin und her gesendet werden.

Die dazu erforderliche Linie bestand aus einer Aneinanderreihung von optischen Telegrafen, die alle 10 bis 15 Kilometer auf einem erhöhten Punkt zu finden waren. Jeder Posten war beweglich und konnte verschiedene Positionen annehmen. Zur Nachrichtenübermittlung wurden rund 25.000 Buchstaben, Zahlen, Codes und geografische Termen genutzt.

Prinzip aus dem 17. Jahrhundert

Das Prinzip des „Optischen Telegrafen“ bestand in Frankreich bereits seit dem 17. Jahrhundert, doch Chappe verfeinerte es im Kontext der Französischen Revolution Ende des 18. Jahrhunderts. Er stellte den Revolutionären seine Weiterentwicklung 1792 vor. Diese nutzten das System angesichts des damaligen politischen und militärischen Kontextes sofort.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Ein "Optischer Telegraf" zur Napoleonischen Zeit irgendwo in Frankreich oder Belgien...

Frankreich war damals im Krieg gegen die Österreichischen Niederlande und eine schnelle Kommunikation mit Paris war schon damals von Vorteil - nicht zuletzt, weil schon damals der Gedanke reifte, Frankreich zentralistisch von Paris aus zu führen. 

Die „Ligne du Nord“ ins spätere Belgien

1973 wurde mit der Linie zwischen Lille und Paris die erste umfassende Verbindung realisiert, die „Ligne du Nord.“ Und Napoleon selbst initiierte die Verlängerung über Posten in Saint-Denis, Tiegem, Sint-Maria-Oudenhove, Sint-Antlinks, Nukerke, Pamel und Dilbeek nach Brüssel.

Der letzte Kommunikationsposten war die Brüsseler Kathedrale. Dort kam am 15. Mai 1803 der erste Bericht ab. Das waren die Lottozahlen… Später wurde diese Linie über Antwerpen bis nach Amsterdam verlängert. Als sich die Franzosen nach der verlorenen Schlacht von Waterloo zurückziehen mussten, wurden viele Telegrafenstationen abgebaut, damit sie nicht in Feindeshand gerieten. Das passierte wohl auch mit dem Mast auf der Kathedrale St. Michael und St. Gudula. Wie vieles dieser Kommunikationslinie ist auch dieser nicht erhalten geblieben. 

Die Brüsseler Kathedrale in "grauer Vorzeit"

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