Die belgischen Musikerinnen und Musiker sind alles andere als zufrieden mit dem, was sie über die diversen Streaminganbieter verdienen. Das wurde zuletzt einmal mehr nach der Auswertung einer Umfrage von Playright deutlich. Playright ist eine nationale belgische Gesellschaft, die sich mit den Rechten der hiesigen Musikszene beschäftigt. Die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad titelte zuletzt einen Beitrag zu diesem Thema mit den Worten: „Ein fetter Hit, aber nicht fett bezahlt“.
Phänomen Streaming: Auch die belgischen Musikerinnen und Musiker verdienen kaum noch etwas an ihren Hits
Streaming, z.B. über Spotify, ist eine sehr gute Möglichkeit für Musiker, bekannt zu werden, denn über solche Plattformen kann man national und international entdeckt werden. Wenn man Glück hat, dann kann man über Spotufy und Co. Hits landen, ohne dass Plattenlabels große Promo machen müssen oder ohne dass man eine Ochsentour mit Konzerten durch Kneipen, Clubs und Festivals machen muss, um entdeckt zu werden. Das ist auch in Flandern bzw. in Belgien nicht anders.
Bei Spotify bekommt man pro Streaming zwischen 0,0003 und 0,0005 Eurocent für einen Stream. Für eine Million Streams bedeutet das in Belgien einen Brutto-Verdienst von rund 3.400 €. Damit aber, so der Komponist und Musiker Miguel Wiels, muss man auch alle Beteiligten und alle Produktionskosten finanzieren. Wiels weiß wovon er spricht, denn er schrieb die Lieder für die im niederländischen Sprachraum megabekannte Mädchenband K3: „Ich habe für K3 rund 240 Liedchen geschrieben, gut für 100 Millionen Streams bei YouTube. Doch ich habe noch nie einen Euro dafür gesehen.“
Platten bringen auch nichts mehr ein…
Um die Produktionskosten für die Aufnahme und das Abmischen einer Single zu bezahlen, muss man in einem Tonstudio in Belgien zwischen 4.000 und 6.000 € hinblättern. Da s bedeutet, dass man rund 2 Millionen Streams braucht, um das zu finanzieren.
Aus dem Plattenverkauf (CD’s und/oder Vinyl) kommt prozentual eigentlich mehr rein, doch hier gehen die Absatzzahlen zurück… Für Musiker und Musikerinnen, die nur in einem so kleinen Sprachgebiet wie Flandern und die Niederlande aktiv sein können, wird es also schwer.
Eigentlich müsste Spotify, wie in Flandern gehofft wird, die Zahlungen pro Stream hier deutlich erhöhen, sonst lohnt sich das nicht mehr. Und nur von Konzerten und von Merchandising kann hier auch keiner so richtig leben…
Was verdienen flämische Künstlerinnen und Künstler aktuell bei Spotify? Einige Beispiele von Het Nieuwsblad errechnet:
Metejoor mit "Dit is wat mij mama zei": 13.653.664 Streams/46.422 €
Charlotte Adigéry mit "Ceci n’est pas un cliché" : 4.525.691 Streams/15.387 €
Amber Broos mit "Amok" : 1.639.726 Streams/5.575 €
Aaron Blommaert mit "Egotrip": 250.000 Streams/850 €
Camille mit "Rihanna": 5.615.496 Streams/19.093 €
