Im ersten Quartal des laufenden Jahres fanden in Belgien 73 % der bei Firmenschließungen arbeitslos gewordenen Personen innerhalb von 3 Monaten wieder einen neuen Job durch Begleitung durch das Arbeitsamt. Durch das sogenannte Outplacement wird den Betroffenen individuell geholfen. Vor 2 Jahren war das nur bei rund 50 % der Arbeitslosen durch kollektive Entlassungen der Fall, wie die Wirtschaftszeitung De Tijd auf Basis von Zahlen des Verbandes der HR-Dienstleister in Belgien, Federgon, meldet.
Outplacement: Die Begleitung bei der Arbeitsuche nach kollektiven Entlassungen in Belgien funktioniert
Outplacement wird nach kollektiven Entlassungen z.B. durch Werksschließungen oder Unternehmenskonkursen teilweise über die entsprechenden Firmen finanziert. Laut De Tijd und Federgon wurden 2022 10.638 Outplacement-Begleitungen in die Wege geleitet und im vergangenen Jahr stieg diese Zahl auf 15.420 Vorgänge. Im ersten Quartal dieses Jahres liefen bereits 3.958 Begleitungen bei der Jobsuche.
Auch nach individuellen Entlassungen beobachtet der HR-Verband Federgon, dass Outplacement funktioniert. 2022 fanden 57 % der Arbeitnehmer nach individueller Kündigung einen neuen Job. Diese Zahl liegt inzwischen bei 67 %.
Beispiel Van Hool
Outplacement kam durch das flämische Arbeitsamt VDAB auch vor kurzem nach dem Konkurs des Autobusherstellers Van Hool zum Tragen. 1.174 der rund 2.400 entlassenen Beschäftigten machten davon Gebrauch. Anfang Juli hatte mehr oder weniger die Hälfte der Ex-Van-Hool-Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz. Mit Travvant bietet auch ein privates Unternehmen Dienstleistungen im Outplacement-Angebot an.
Möglicherweise kommt dies auch auf Teile der Belegschaft des Audi-Werks in Brüssel zu. Dem Outplacement-System hilft derzeit aber auch der akute Fachkräftemangel am belgischen Arbeitsmarkt, wie Federgon-Sprecher Dennis Rombauts gegenüber De Tijd angab: „Das zeigt sich sowohl im Anstieg der Zahl der in Angriff genommenen Begleitungen, als auch am hohen Grad der Vermittlungen.
