Regula Ysewijn ist in Flandern und auf den britischen Inseln eine bekannte Konditorin, Köchin und Food Bloggerin und hierzulande ist sie das Gesicht von „Bake off“ im flämischen Privatfernsehen. Die kulinarische Buchautorin ist nun selbst Gegenstand eines Buches, denn seit einigen Wochen ist zumindest bei Amazon ihre Biografie erhältlich. Das Problem dabei ist, dass sie nichts davon wusste…
Bei Amazon erschien eine Biografie der flämischen Food Bloggerin Regula Ysewijn - Die hier Beschriebene weiß von nichts
„Regula Ysewijn: the Biography“, ist im Webshop von Amazon zu lesen und dort fand sich die hier porträtierte Frau auch selbst. Das Jurymitglied der flämischen Ausgabe von „Bake off“ beschreibt sich gerne als kulinarische Journalistin, doch diese Biografie hat nicht wirklich etwas mit Journalismus im klassischen Sinne zu tun.
„Es wurde eine Biografie über mich geschrieben, ohne dass ich da etwas von weiß“, so Ysewijn vor einigen Tagen: „Plötzlich sah ich dort eine Biografie stehen, für die ich keine Zustimmung gegeben habe. Ich war erschrocken, als ich das Buch sah. Ich wusste nicht wirklich, was da gerade ablief. Es ist fies so etwas zu sehen, wenn man nichts davon wusste.“
Bearbeitetes Titelfoto, das Ysewijn nicht wiedergibt
Regula Ysewijn ärgerte sich nicht zuletzt über das Foto, dass die Titelseite des Buches zeigt. Ihrer Ansicht nach ist hier ein Foto weitgehend umgearbeitet worden, dass die Betroffene bei weitem nicht so darstellt, wie sie ist und wie sie sich sehen möchte: „Ich habe ein perfektes Gebiss bekommen und sie haben meine Frisur angepasst und meinen Kleidungsstil verändert.“
(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)
Bei Amazon kann man auch eine Ausgabe von „Regula Ysewijn: the Biography“ für E-Reader erwerben und dies haben einige Bekannte und Freundinnen von Ysewijn auch gemacht: „Sie haben mir einige Fragmente weitergesendet. Ich merke deutlich, dass das nicht von einem Menschen, sondern durch ChatGPT geschrieben worden ist.“
Unbekannter Autor: Kenneth Pua
Den Autoren des Buches, Kenneth Pua, kennt Regula Ysewijn nicht: „Es kann sein, dass diese Person nicht existiert und dass der Name ein Pseudonym ist.“ Für Ysewijn ist dieser „Autor“ jemand, der mit Biografien experimentiert: „Das fängt mit weniger bekannten Leuten an und geht vielleicht nachher mit Biografien von Lady Gaga oder Brad Pitt weiter. Da könnte er viel Geld mit verdienen. Von meiner Biografie werden wohl nicht viele Exemplare verkauft werden…“
Ysewijn selber will kein Exemplar davon haben: „Ich möchte nicht, dass diese Person damit etwas verdient.“ Inzwischen haben sich einige Fachleute mit dem Namen des Autoren befasst, doch offenbar gibt es ihn nicht. Und inhaltlich hält niemand etwas von „Regula Ysewijn: the Biography“… Kein Spannungsbogen, inhaltliche Fehler und die klassischen Einheiten Beginn, Mittelteil und Schluss werden ebenfalls so gut wie nicht eingesetzt.
