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Herman Brusselmans

Jüdische Verbände verklagen den flämischen Autoren Herman Brusselmans wegen „psychopathischer“ Kolumne - Diese ist inzwischen offline

Die jüdische Organisation European Jewish Association (EJA) hat ein Verfahren gegen das flämische satirische Wochenmagazin Humo und gegen den Schriftsteller Herman Brusselmans auf den Weg gebracht. Grund für diese Klage ist eine Kolumne des Autoren, nach der er so wütend durch die Bilder der vielen ermordeten unschuldigen palästinensischen Kinder sei, dass er jedem Juden, dem er begegnet, ein Messer durch die Kehle rammen will… Humo hat den Beitrag inzwischen offline geholt und das belgische Zentrum für Gleichheit und gegen Diskriminierung, Unia, schließt sich der Klage der jüdischen Verbände an. 

Andreas Kockartz
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Aktualisiertupdate:

Herman Brusselmans ist durchaus ein polarisierender Autor und Satiriker bei seinen Kommentaren und Kolumnen von der Seitenlinie aus gehen schonmal die Pferde mit ihm durch. Brusselmans nimmt die Gesellschaft seit einiger Zeit in seiner wöchentlichen Kolumne aufs Korn und kommentiert ungeschminkt.

Diese Woche schreibt er in Humo, dass das Bild eines schreienden palästinensischen Jungen um seine unter den Trümmern liegende Mutter vor dem Hintergrund dessen, dass dies auch sein Sohn und seine Freundin sein könnten, ihn so wütend mache, dass er jedem Juden, der ihm entgegenkomme, ein Messer durch die Kehle rammen wolle. In seinem aktuellen Kommentar geht er vor allem auf die vielen zivilen Opfer, die der Konflikt in Gaza fordert, ein. 

Schnelle und deutliche Reaktionen

Er würde mit „Satire“ nicht wegkommen, so der jüdische N-VA-Politiker Michel Freilich in einer Reaktion auf X. Dies sei ein widerlicher Aufruf zu Gewalt gegen eine Bevölkerungsgruppe, so Freilich. Und die European Jewish Association nennt das Zitat „psychopatisch“ und kündigte eine deutliche juristische Reaktion gegen Brusselmans und Humo an.

Auch hier heißt es, dass eine so gefährliche Rhetorik zur Anwendung von Gewalt einlade. Nicht zuletzt reagierte auch die israelische Botschafterin in Belgien, Idit Rosenzweig-Abu, via X auf die Kolumne: „Was wäre, wenn jemand in der belgischen Presse sagen würde: ‚Ich bin so böse, dass ich jedem Moslem, dem ich entgegenkomme, ein Messer in den Hals stechen möchte‘? Aber gut, es ging nicht um Moslems, es ging nur um Juden.“

Brusselmans nimmt Stellung

Herman Brusselmans hält die Kritik an seiner Kolumne für überzogen und den Vorwurf, er rufe zum Mord auf, für aus dem Kontext gerissen: „Das Bild eines spitzen Messers in der Kehle ist ein im übertragenen Sinne ein Bild zu allerlei Möglichkeiten, Rache zu nehmen.“ In seinem Fall, so der Autor, sei das in schriftliche Form gefasst: „Das ist in keinem Fall zum Mord aufrufen. Als ob ich sowas tun würde…“

In seiner Replik schreibt Brusselmans auch: „Was die Israelis machen, ist das Totbombardieren von unschuldigen Menschen. Sie sorgen damit für eine Generation, die in den kommenden 50 Jahren Rache nehmen wollen. Mit meiner Kolumne will ich sagen, dass wenn seinen Geliebten etwas ohne Grund angetan wird, man von totaler Wut durchdrungen wird.“

Er habe übrigens in einem weiteren Satz geschrieben, dass er nicht alle Israelis über einen Kamm scheren wollen: „Wenn man das tut, ist man ein Rassist und das bin ich absolut nicht.“ 

Auch Humo bezieht Stellung

„Für den, der die Kolumne vollständig liest, ist überdeutlich, dass Herman die Sätze nicht wörtlich gemeint hat“, steht in einer Stellungnahme des Magazins Humo. Von Seiten der Chefredaktion heißt es dazu, dass die Aussagen von Herman Brusselmans „Teil einer satirischen Kolumne“ seien „und nicht eines journalistischen Artikels oder Interviews. Deshalb würden hier auch andere Regeln und Maßstäbe gelten, wenn man einen solchen Beitrag beurteile.

Die Magazinredaktion wiederlegt auch die Kritik, dass die Passage „psychopathisch“ sei oder zum Mord aufrufen würde: „Bei satirischen Schriftstellern wie Herman Brusselmans muss das Geschriebene niemals zu hundert Prozent wörtlich genommen werden. Darum ist in der Redaktion auch nicht in den Text unseres Kolumnisten eingegriffen worden.“ Allerdings nahm Humo die Kolumne am Freitag vom Netz und begründete dies damit, dass man niemanden habe verletzten wollen. 

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