Zum Hauptinhalt springen
Gesundheit

Die Zahl der in Belgien gemeldeten Fälle von Blauzunge steigt täglich

Innerhalb eines Tages ist die Zahl der Ausbrüche von Blauzungenvirus in Belgien um 30 Meldungen auf aktuell 222 angestiegen (Stand Mittwoch 13 Uhr). Die Abdecker, die sich um die Beseitigung der Tierkadaver kümmern müssen, kommen kaum hinterher. Blauzunge wird von Insekten übertragen und betrifft Wiederkäuer. Offenbar ist das Virus von den Niederlanden aus nach Belgien gekommen, obschon es auch hier seit Oktober 2023 immer mal wieder Fälle gab.

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:
Aktualisiertupdate:

Nach Ansicht der belgischen Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) wird die Zahl der Ansteckungen bzw. der Übertragungen kurzfristig zunehmen. FAVV-Sprecherin Hélène Bonte sagte am Mittwoch gegenüber VRT NWS: „Wir erwarten, dass sich das weiter ausbreitet mit dutzenden Ansteckungen pro Tag.“

An deutlichsten betroffen sind derzeit die Provinzen Antwerpen, Limburg und Lüttich, doch auch im Rest des Landes sind Viehbestände von kleinen und großen landwirtschaftlichen Betrieben betroffen.

Die belgischen Behörden gehen davon aus, dass das Problem noch den ganzen Sommer lang anhalten wird - zumindest so lange, wie die Temperaturen hoch liegen. Laut FAVV wäre ein warmer Herbst in Sachen Blauzunge eine Katastrophe. Bei kälteren Temperaturen sterben die für die Übertragung des Virus verantwortlichen Mückenarten schneller.

Blauzunge ist für den Menschen ungefährlich und auch der Verzehr von entsprechendem Fleisch stellt kein Problem dar. Für die betroffenen Rinder und Schafe jedoch ist das Virus tödlich. Bei Wiederkäuern und Paarhufern sorgt das Virus für Fieber, angeschwollene Zungen, die auch blau anlaufen können, und Lippen. Im schlimmsten Fall sterben die Tiere daran.  

Der Belgische Bauernbund (BBB) bittet Behörden und Regierungen in Bund und Ländern dringend darum, präventive Maßnahmen, wie Impfungen von Tieren, zu ergreifen. BBB-Sprecher Lieven Vancoilli hofft, dass von Regierungsseite her ausreichende finanzielle Kompensierungen für die betroffenen Landwirte ausbezahlt werden.

Meistgelesen

  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5