Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Belang van Limburg stehen in Belgien mehr als 716 Mio. € auf sogenannten „schlafenden Konten“. Das ist Geld auf Rechnungen, aus Versicherungen oder in Schließfächern, deren Besitzer sich nicht mehr gemeldet haben.
Wenn sich in einem Zeitraum von 5 Jahren niemand um Geldsummen auf Konten oder in Schließfächern gekümmert hat oder sich darüber nicht mehr erkundigte (oder wenn darauf nichts mehr überwiesen oder davon nichts mehr bezahlt wurde), dann muss sich eine Bank in Belgien aktiv auf die Suche nach den rechtmäßigen Besitzern machen. Das ist hierzulande eine gesetzliche Vorschrift
Doch nicht selten sind die Eigner nur schwerlich auszumachen oder zu finden. Und oftmals wissen Leute auch nicht oder nicht mehr, dass sie noch Geld auf bestimmten Konten oder in Schließfächern haben bzw. dass sie darauf Anspruch haben, z.B. nach Sterbefällen in Familien oder durch Erbschaften.
Nach 30 Jahren geht das Geld an den Staat
Findet sich nach dieser Suche immer noch kein Besitzer, gehen solche Gelder an das belgische Finanzamt. Dort wiederum wird 30 Jahre lang gewartet und dabei fallen sogar Zinsen an. Danach fließen solche Summen an den Staat.
Doch es ist auf der anderen Seite nicht schwer, nachzuschauen, ob man selbst in einem solchen Fall ist. Man kann sich schlicht und einfach auf der Webseite des belgischen Finanzamtes www.myminfin.be informieren. Findet man dort Gelder auf „schlafenden Konten“, kann man diese anfordern. Kann der Anspruch begründet werden, bekommt man dieses Geld binnen 30 Tagen überwiesen.
