Das flämische Landesumweltamt stellte beim Festival für elektronische Musik Tomorrowland in Boom bei Antwerpen ein Umweltvergehen fest, weil man dort an den beiden Festivalwochenenden trotz Verbots aus Einwegbechern getrunken hat. Jetzt droht den Organisatoren ein Bußgeld in Höhe von bis zu 2 Mio. €. Am Rande des Festivals wurden 29 Dealer gefasst und verschiedenste Drogen analysiert.
Umweltvergehen in Tomorrowland? Zwei Wochen lang keine Pfandbecher genutzt - Droht eine Millionenstrafe?
Seit Juni 2023 sind die Festivalveranstalter im belgischen Bundesland Flandern dazu verpflichtet Pfand- bzw. Mehrwegbecher zu nutzen, um so einem enormen Müllberg aus Einwegbechern zuvorzukommen. Doch die Organisatoren von Tomorrowland hatten auch dieses Jahr wissen lassen, dass sie noch an den Wegwerfbechern festhalten würden. Damit sind sie das letzte Festival in Flandern, dass sich der neuen Regelung noch nicht angepasst hat.
Der vergangene Sommer galt noch als Übergangszeit, damit die Festivalveranstalter ihre Bechervorräte noch aufbrauchen konnten. Doch dieses Jahr war Schluss damit. Eine beantragte Ausnahme wurde Tomorrowland nicht gewährt.
Das Umweltamt stellte eine Rechnung auf…
Die Inspektoren des flämischen Umweltamtes besuchten das Festivalgelände an zwei Tagen (Samstag, 20. Juli und Freitag, 27. Juli). In ihrem Protokoll rechneten sie auch aus, was die Veranstalter durch den Verzicht auf Mehrwegbecher zusätzlich verdient haben, nämlich rund 1,5 Mio. €.
Das Umweltamt hat das Protokoll jetzt dem Antwerpener Generalstaatsanwalt zukommen lassen. Dieser muss jetzt entscheiden, ob es im vorliegenden Fall zu einem strafrechtlichen Verfahren kommt oder ob dies Angelegenheit der flämischen Landesbehörden ist. Auf jeden Fall steht ein Bußgeld in Höhe von rund 2 Mio. € im Raum und zusätzlich eine Beschlagnahmung der durch das Vergehen gewonnenen Gelder.
Drogenvergehen in Tomorrowland
Während der beiden Tomorrowland-Festivalwochenenden sind auf dem Gelände in Boom in der Provinz Antwerpen 29 mutmaßliche Drogendealer festgenommen worden. Dies teilt die Staatsanwaltschaft von Antwerpen mit. Die Verdächtigen müssen sich im Laufe des Jahres vor einem Antwerpener Gericht verantworten. Die Betroffenen kommen aus den verschiedensten Ländern.
Die Justiz ließ zudem insgesamt 880 Proben von beschlagnahmten Drogen analysieren. Neben Cannabis wurden vor allem MDMA, Ketamine und Kokain gefunden oder beschlagnahmt. Nicht zuletzt wurde gegen 466 Festivalbesucher ein Bußgeld wegen Drogenbesitz verhängt und damit einhergehend ein Platzverbot, also die Anordnung, das Gelände zu verlassen.
