Das Wirtschaftswachstum in Belgien kühlt derzeit etwas ab. Aus der ersten Schätzung des laufenden Jahres der Belgischen Nationalbank (BNB) ist ersichtlich, dass das Brutto-Inlandsprodukt (BIP) in den vergangenen Jahren lediglich um 0,2 % zugenommen hat. Die Ökonomen gingen im Vorfeld aber von einem Wachstum um 0,3 bis 0,4 % aus. Die Arbeitslosenzahlen steigen in der letzten Zeit wieder.
Nationalbank: Die belgische Wirtschaft tritt auf der Stelle - Mehr Arbeitslose
Überraschend ist das eigentlich nicht mehr, denn als in der vergangenen Woche bekannt wurde, dass es einen Wachstumsrückgang in Deutschland zu verzeichnen gab, war deutlich, dass Belgien folgen werde. Unser Land ist ein wichtigerer Zulieferer für die deutsche Industrie.
Es ist denn auch die Industrie, die für die schlechte Stimmung sorgt, denn ihr geht es in Belgien bereits seit einigen Monaten nicht besonders gut. In der letzten Zeit gab es mehrmals Hiobsbotschaften aus der Automobilindustrie - der Konkurs des Busherstellers Van Hool und die dunklen Wolken über Audi in Brüssel.
Das kann, so Beobachter, alles einen negativen Einfluss auf die Zahlen haben. In zwei anderen belgischen Sektoren allerdings verbesserten sich die Zahlen leicht und zwar im Dienstleistungsgewerbe und in der Bauwirtschaft, die um 1,1 % zulegte.
Mehr Arbeitslose in Belgien
Die Zahl der vollentschädigten Arbeitslosen ist in unserem Land im Juni 2024 um 5,5 % gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum angestiegen. Ob dies mit den aktuellen Wirtschaftszahlen zusammenhängt, ist noch nicht ausgemacht. In jedem Fall ist deutlich, dass es auch am belgischen Arbeitsmarkt eine leichte Abkühlung gibt.
Die Zahl der offenen Stellen bei den Arbeitsämtern sinkt in allen Landesteilen, so die Nationalbank. Davon sind in erster Linie junge Leute betroffen, die z.B. gerade ihre Ausbildung oder ihr Studium abgeschlossen haben.
Im belgischen Bundesland Flandern liegt die Jugendarbeitslosigkeit (bei den unter 25-Jährigen) im zweiten Quartal 2024 7 % über dem gleichen Vorjahreszeitraum. In Flandern sind derzeit rund 105.000 Personen auf Arbeitsuche, in der Brüsseler Hauptstadt-Region 61.500 und in der Wallonie etwa 120.000.
Hinzu kommen aktuell noch rund 150.000 Personen, die in Kurzarbeit sind.
