Ab dem kommenden Jahr können sich auch Zivilisten für einen Job als Kampfmittelräumer bei der belgischen Armee bewerben. Der Räumdienst DOVO will nach Meldungen der flämischen Tageszeitungen Het Belang van Limburg und Het Nieuwsblad damit einem sich andeutenden Personal- und Fachkräftemangel entgegenwirken.
Der Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee will Zivilisten ausbilden und einstellen
„Dies ist ein Job für Leute, die stressbeständig und reif sind und die ein technisches Verständnis haben“, sagt Jacques Callebaut vom Kampfmittel-Räumdienst der belgischen Armee DOVO dazu. Bisher hatte DOVO nur innerhalb der Truppe neue Leute rekrutiert, doch ab dem kommenden Jahr sollen sich auch Zivilisten hier bewerben können.
Stabsadjutant Jacques Callebaut (vergleichbar mit einem Oberstabsfeldwebel) ist der Kommunikationsverantwortliche beim DOVO. Gegenüber VRT NWS gab er zu verstehen, dass auch seine Einheit eine nicht zu unterschätzende Personalfluktuation aufweist: „Einige Leute gehen in Rente. Und dann hat man noch die Jobhopper, die weggehen werden. Wir müssen und also auf die Zukunft vorbereiten.“
Beim DOVO sind aktuell rund 400 Mitarbeiter beschäftigt, rund die Hälfte davon ist als Entschärfer von Explosiven aller Art tätig. Wie viele neue Leute der Kampfmittel-Räumdienst anwerben möchte, ist noch nicht bekannt.
Wo kommt DOVO zum Einsatz?
In erster Linie müssen die Kampfmittelräumer verdächtige Pakete, Koffer und andere Gegenstände begutachten oder auch unschädlich machen. Sie müssen aber auch Bomben entschärfen. Ein wichtiger Bereich ist dabei auch die Entschärfung und Vernichtung von Bomben und Granaten aus den beiden Weltkriegen des vergangenen Jahrhunderts, von denen in Belgien, vor allem aus dem Ersten Weltkrieg, fast jeden Tag welche entdeckt werden.
Kann sich angesichts dieses Arbeitsfeldes jeder für einen solchen Job bewerben? „Man gerät als Entschärfer oft in unbekannte und gefährliche Situationen. Man muss also mit Stress umgehen und unter Druck Leistung bringen können. Bewerber werden darum Gespräche mit Psychologen führen, so Callebaut.
Auch im Bereich Fachwissen wird einiges verlangt: „Der Kursus ist heftig. Man muss einiges zu den verschiedenen Bomben erlernen. Doch Menschen mit technischem Hintergrund oder einem natürlichen Technikverständnis, könnten einen Job beim DOVO annehmen.“ Zur Ausbildung, die die belgische Armee zahlt, gehört eine militärische Grundausbildung (vor allem für Bewerber, die bei der Armee Unteroffizier werden möchten), die ein Jahr dauert, und auch noch einige Wochen lang ein Fachkurs.
