Nach Angaben der frankophonen Wirtschaftszeitung L’Echo ist mehr als ein Drittel der Mitarbeiter des Audi-Werks in Brüssel über 50 Jahre alt. Fachleute gehen davon aus, dass viele von ihnen bei einer nicht mehr auszuschließenden Schließung der Fabrik in der Brüsseler Gemeinde Vorst Probleme damit haben werden, eine neue Beschäftigung zu finden. Andererseits bringen die Audi-Leute, von denen viele schon für VW gearbeitet haben, weitreichende technische Erfahrung mit.
Umstrukturierung bei Audi in Brüssel: Über ein Drittel der Beschäftigten sind älter als 50 Jahre
Die Zukunft des Audi-Werks in Brüssel-Vorst hängt an einem seidenen Faden. Der Autobauer aus Ingolstadt will die Produktion des elektrischen SUV Q8 e-tron hier abziehen, was konkret 1.400 Jobs an diesem Standort kosten wird. Doch auch die vollständige Aufgabe des Werks steht im Raum, denn es ist völlig unklar, welches Fahrzeug in Zukunft hier vom Band laufen könnte.
Das bedeutet die Entlassung von rund 3.000 Beschäftigten (2.100 Arbeiter, 620 Angestellte und 12 Kaderleute). Nur 14 % des Audi-Personals kommen aus der Brüsseler Hauptstadt-Region selber und der Rest teilt sich zu etwa gleichen Teilen zwischen Flandern und der Wallonie auf.
Loyale Beschäftigte
Das Brüsseler Audi-Werk verfügt über einen recht „alten“ Personalbestand, sprich aus Mitarbeitern, die ihrem Arbeitsplatz sehr loyal sind und die teilweise schon sehr lange hier arbeiten (heute für Audi und früher schon für Volkswagen). Laut L’Echo sind 1.015 der Mitarbeiter über 50 Jahre alt, von denn einige bereits seit bis zu 30 Jahren hier tätig sind. Das macht ihre Kündigungen zu einer teuren Angelegenheit.
Fachleute sind der Ansicht, dass man für einen Großteil der Betroffenen neue Jobs finden könne, auch wenn viele Audi-Leute schon älter sind. Doch für den Arbeitsmarkt, der unter Facharbeitermangel leidet, bringen sie viel technische Erfahrung mit. Das Beispiel des vor kurzem geschlossenen Bus-Produzenten Van Hool habe dies gezeigt. Nach 3 Monaten hatte die Hälfte der dortigen Mitarbeiter schon einen neuen Job gefunden und auch hier waren viele Arbeitsuchende älter als 50 Jahre…
