Gleich sechs Warmblutpferde aus dem Waasland werden in Paris bei den Olympischen Spielen springen. Das ist ein Drittel aller belgischen Pferde, die in Paris antreten. Das Waasland (im Osten der Provinz Ostflandern, rund um Sint Niklaas und Lokeren) ist der Hauptlieferant von belgischen Warmblutpferden in Paris. Die Pferde treten in verschiedenen Disziplinen und für verschiedene Länder an.
Die meisten Springpferde bei Olympia stammen aus dem flämischen Waasland: „guter Boden und hervorragende Gene“
Die Belgische Warmblutpferdrasse (auch BWP) ist mit 18 Pferden bei diesen Sommerspielen am stärksten in Paris vertreten. Es folgen das Königliche Warmblutpferd Niederlande (KWPN) und die französische Sportpferderasse Cheval de Selle français (SF).
Das BWP ist ein Pferd für das Pferdezüchter seit Jahrzehnten die besten Blutlinien auswählen, um die besten Springpferde zu züchten. Entstanden ist das belgische Warmblutpferd aus der Kreuzung mehrerer anderer europäischer Pferderassen (u. a. Hannoveraner und Normänner).
Eine ganz besondere Rolle für den Durchbruch des belgischen Warmbluts hat die BWP-Region Moerbeke-Waas bei Sint-Niklaas gespielt. In dieser Region wurden bereits mehrere olympische Preispferde gezüchtet und geboren.
Vor Kurzem erst fand der 61. Zuchttag in der Region statt. Der internationalen Jury wurden 160 junge Spitzenpferde und Fohlen vorgestellt, die für den Profi-Pferdesport vorbereitet werden.
Sandboden und ausgeklügelte Genetik
Pferde brauchen in den ersten Jahren einen sandigen Boden, den es im Waasland gibt. Aber natürlich spielt bei der Pferdezucht auch die Genetik eine große Rolle. “Unter den Zuchthengsten, die Pferde für die Olympiade liefern, befinden sich zum Beispiel zwei Hengste aus dem Waasland, von denen jeweils drei Nachkommen in Paris geritten werden, unter anderem für Kanada und Marokko. Wir können sehr stolz auf unsere Wase-Pferde sein“, erklärt Moorthamers.
Züchter aus dem Waasland dominieren die Spiele
„Jeder Züchter träumt davon, eines Tages den olympischen Traum zu verwirklichen“, sagt Peter Moorthamers von der BWP-Region Moerbeke-Waas. „Tatsächlich gibt es hier eine ganze Reihe von Züchtern, die diesen Traum bereits verwirklicht haben oder dabei sind, ihn zu verwirklichen.“
Kruishoeve, Abelendreef oder Zeshoek, die Suffixe der bei den Olympischen Spielen gezüchteten Pferde verweisen auf Höfe oder Straßennamen aus dem Waasland, wo die Pferde geboren wurden oder ihre Kindheit verbrachten.
Jordon van de Kruishoeve zum Beispiel wurde vor 14 Jahren im Kruishoeve-Stall geboren. „Der junge Hengst zog nach nur drei Jahren ins Ausland und geht inzwischen als Brooklyn Heights durchs Leben“, sagt Moorthamers: „Das ist das beste Springpferd der Welt, in Paris wird das Pferd von dem Iren Denis Lynch geritten.“
Major Tom, Pferd des verstorbenen Züchters Armand Van Gysel und Kheros van ‘t Hoogeinde von Züchter Rony Thijs werden ebenfalls bei den Spielen zu sehen sein. Zusammen mit Olympus van de Molenberg, gezüchtet von Sofie Van Bunder und Tim Reygaerts aus Sint-Gillis-Waas.
Auch die Züchter Koen Cerpentier aus Moerbeke und Paul Merckx (Titelfoto) mit seinem Stall de Zeshoek aus Stekene werden in Paris vertreten sein. Aus ihrer Zucht ging Mikado van de Abelendreef hervor, der heute als Ruin Emerson zur Weltspitze gehört, sowie Hengst Eldorado, der mit drei Nachkommen bei den Sommerspielen antritt.
