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Rekordzahl an Krebsdiagnosen in Belgien, Überlebenschancen jedoch stark gestiegen

Mehr als 78 400 Belgier haben letztes Jahr erfahren, dass sie Krebs haben. Die Anzahl der Diagnosen in unserem Land war noch nie so hoch. Gleichzeitig sinkt die Anzahl der Menschen, die an Krebs sterben. Und die Überlebenschancen bei bestimmten Krebsarten sind, unter anderem dank verbesserter Behandlungen, stark gestiegen.

Jens Van Reet
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Laut dem belgischen „Krebsregister“ haben 78 416 Belgier — davon 42 831 Männer und 35 585 Frauen — letztes Jahr eine Krebsdiagnose erhalten. Die Zahlen des Krebsregisters wurden heute in der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws veröffentlicht. Das sind erneut 2 196 Menschen mehr als im Jahr 2022. Die Anzahl der Krebsdiagnosen steigt Jahr für Jahr, aber das bedeutet nicht, dass das Risiko, an Krebs zu erkranken, ebenfalls steigt.

Für die hohe Anzahl der Diagnosen gibt es verschiedene Erklärungen, sagt Liesbet Van Eycken von der Stiftung Krebsregister. „Die Bevölkerung wird immer größer, das ist einer der ersten Gründe, aber der wichtigste Grund ist, dass wir alle älter werden, wodurch bestimmte Mechanismen weniger gut funktionieren und wir anfälliger werden, Krebs zu entwickeln. In diesem Sinne denken wir, dass es eine natürliche Folge des Alterns ist."

„Wir betreiben natürlich auch aktives Screening. Bei den Männern nimmt das eigentliche Krebsrisiko kaum zu, bei den Frauen hingegen deutlicher, was auf ein zunehmendes Risiko für Lungenkrebs bei Frauen zurückzuführen ist."

Bei den Männern kommt vor allem Prostatakrebs vor, mit mehr als 12 500 Fällen pro Jahr. Bei den Frauen handelt es sich um Brustkrebs mit mehr als 11 000 neuen Fällen pro Jahr.

„An zweiter Stelle steht sowohl bei Männern als auch bei Frauen Lungenkrebs. Jährlich sehen wir mehr als 5 500 Fälle bei Männern und bei Frauen etwa 3 700, was doch eine beträchtliche Anzahl ist. Darmkrebs steht an dritter Stelle, wenn wir Männer und Frauen zusammenzählen, mit etwa 8 000 neuen Fällen pro Jahr."

Melanome (Hautkrebs), Hodenkrebs und Bauchspeicheldrüsenkrebs nehmen weiterhin zu. „Und wir können nicht immer genau sagen, woran das liegt", sagt Van Eycken.

Die gute Nachricht: Mehr Menschen überleben Krebs

Es gibt jedoch auch einen Lichtblick. Die Chancen, Krebs zu überleben, sind im Laufe der Jahre stets gestiegen. Vor 10 Jahren starben noch etwa 27 000 Belgier pro Jahr an Krebs, im Jahr 2021 — den jüngsten verfügbaren Zahlen — waren es 25 839.

„Das können wir einer Kombination aus mehreren Faktoren zuschreiben", erklärt Van Eycken. „Wenn wir den Krebs früher entdecken, ist er besser zu behandeln und die Prognose ist auch besser. Andererseits wurden viele Screening-Programme eingerichtet, um den Krebs im frühen Stadium zu entdecken."

„Man muss diesen Fortschritt hauptsächlich auf eine bessere Behandlung zurückführen, sowohl im Bereich der Chirurgie, wo viele Techniken verbessert wurden, als auch im Bereich der Strahlentherapie, wo mehr innovative Techniken verwendet werden."

Laut Van Eycken gibt es zudem einen Durchbruch in der systemischen Therapie. „Das ist das, was wir Chemotherapie nennen. Diese hat sich komplett verändert. Die Immuntherapie hat sicherlich Durchbrüche bei Krebserkrankungen gebracht, wie zum Beispiel bei Lungenkrebs, wo wir früher eher schlechte Prognosen hatten, die sich jetzt manchmal doch spektakulär verbessert haben."

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