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Sicherheitskräfte schützen den US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump
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Nach dem Anschlag auf Donald Trump: Wer steht in Belgien unter Personenschutz?

Die Sicherheitskräfte brauchten nur wenige Sekunden, um ein „menschliches Schild“ um den Ex-US-Präsidenten Donald Trump zu bilden, als er während einer Veranstaltung in Pennsylvania beschossen wurde. In Belgien stehen insgesamt 157 Menschen unter Schutz, weil sie aufgrund ihrer Funktion bedroht werden. Dazu gehören Politiker, aber auch zum Beispiel Polizeibeamte und Anwälte, sagt das Nationale Krisenzentrum. Politiker werden von der Polizei bewacht, allerdings bewachen auch private Bodyguards manchmal Diplomaten oder Unternehmensleiter. 

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Direkt nachdem die Schüsse auf Donald Trump fielen, stürmten sie auf die Bühne, um den Präsidentschaftskandidaten zu schützen. „In so einem Moment denkt man fast nicht nach. Man reagiert automatisch, basierend auf seiner Erfahrung", sagt Sven*. Er ist selbst Bodyguard beim privaten Unternehmen Seris Security und sorgt für die Sicherheit von Industriellen und Diplomaten. „Man ist so auf seine Arbeit fokussiert und wägt verschiedene Risiken ab, dass man keine Zeit hat, an sich selbst zu denken. Es geht immer nur um die Sicherheit des Kunden. Ich denke, dass ich in so einer Situation genauso reagieren würde.“

Der Anschlag auf Trump wirft auch die Frage auf, wie Politiker bei uns geschützt werden. In Belgien ist die Polizei für die Sicherheit der Politiker zuständig, genauer gesagt die „Direktion Schutz“ der Bundespolizei. Früher, bis zu den Anschlägen von 2016, war das eine Aufgabe der Staatssicherheit. Aber die Polizei entscheidet nicht, wer geschützt werden muss und wie. Das macht das Nationale Krisenzentrum (NCCN). Derzeit gelten für 157 Personen Schutzmaßnahmen aufgrund ihrer Funktion. „Das kann Polizeibeamte betreffen, aber auch Politiker und Magistrate", sagt Yves Stevens vom Krisenzentrum.

33 neue Anträge seit Anfang dieses Jahres

Seit Anfang des Jahres 2024 wurden 33 neue Anträge auf Personenschutz behandelt, die insgesamt 60 Personen betreffen. „Die Anzahl der Anträge bleibt damit relativ konstant. Im Jahr 2021 sahen wir einen Höhepunkt im Zusammenhang mit den entschlüsselten Sky ECC-Handys. Aber seitdem hat sich das wieder normalisiert", so Stevens.

Der Schutz oder die Sicherheit kann verschiedene Formen annehmen. Bodyguards oder sogenannte „Close Protection Officers“ sind nur eine Möglichkeit. Es können auch Patrouillen eingesetzt oder bestimmte Orte abgesperrt werden. Denken Sie nur an die U-Bahn-Station Schuman im Brüsseler Europaviertel, die bei einem EU-Gipfel manchmal geschlossen wird. Oder die betroffene Person kann einen Ansprechpartner bei der Polizei erhalten.

Maßnahmen nach Trump-Attentat nicht geändert

Das Krisenzentrum entscheidet nicht eigenständig. Bei Bedrohungen im Bereich Terrorismus und Extremismus erstellt OCAD, das Koordinationsorgan für Bedrohungsanalyse, zuerst ein allgemeines Bild, wonach das Krisenzentrum die notwendigen Maßnahmen bestimmt. Bei kriminellen Angelegenheiten berichtet die Polizei direkt an das NCCN. Bei einem EU-Gipfel wird für jeden Regierungschef ein eigenes Sicherheitskonzept erstellt.

Nach unseren Informationen haben sich die Sicherheitsmaßnahmen in Belgien nach dem gescheiterten Anschlag auf Donald Trump nicht geändert. Es wurde jedoch geprüft, ob zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen an der US-Botschaft in Brüssel erforderlich waren.

Nicht permanent gesichert

In der Praxis ist es in Belgien nicht so, dass Minister permanent einen Bodyguard bei sich haben. Denken Sie nur an Politiker, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, in solchen Momenten ist kein Schutz vorhanden.

Selbst der Premierminister ist nicht permanent gesichert. Ende Mai wurde eine E-Mail des Krisenzentrums in der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad veröffentlicht, in der es um einen Besuch von Premierminister Alexander De Croo in den USA ging. Das Krisenzentrum war nicht damit einverstanden, dass keine Sicherheitskräfte im Flugzeug zusammen mit De Croo saßen.

Scharfschützen sind selten

Werden Politiker bewacht, sind die sie schützenden Polizisten bewaffnet. In der Theorie dürften sie also auch jemanden ausschalten, der eine körperliche Bedrohung darstellt, wenn es keine andere Lösung gibt.

Scharfschützen, wie wir sie auf dem Dach hinter dem Rednerpult von Donald Trump gesehen haben, sind jedoch sehr selten. Laut dem Krisenzentrum wird eine solche Maßnahme nur in „extremen Fällen“ angewendet.

Auch der Waffengebrauch durch private Firmen ist streng geregelt. „Das wird im Gesetz über die private Sicherheit festgelegt. Nur wenn wir zum Beispiel Botschaften oder europäische Institutionen sichern helfen, ist das Tragen von Waffen manchmal erlaubt", sagt Yannick De Smet, Regionaldirektor beim Sicherheitsunternehmen G4S.

*Aus Sicherheitsgründen wurde der Name des Bodyguards geändert. Sein echter Name ist der Redaktion bekannt.

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