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Gesundheit

Rückgang des Konsums von Schlaf- und Beruhigungsmitteln (wie Xanax und Valium) um 10 Prozent

Im vergangenen Jahr ist die Zahl der Landsleute, die so genannte Benzos einnehmen, um 200.000 zurückgegangen. Das ist ein Rückgang von etwa 10 Prozent. Dennoch bleibt der Gesamtkonsum in Belgien alarmierend hoch: Zwei Millionen Menschen nehmen täglich solche Schlaf- und Beruhigungsmittel ein, die unter Markennamen wie Xanax und Valium verkauft werden. Von diesen Benzodiazepinen wird abgeraten, weil sie süchtig machen und viele Langzeitnebenwirkungen haben.

Martina Luxen Belga
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Die Verkaufszahlen zeigen nun, dass die Zahl der Nutzer in allen Altersgruppen rückläufig ist. Die Zahlen stammen von IQVIA, einem Unternehmen, das u. a. Daten von Apothekern sammelt und analysiert. Im vergangenen Jahr nahmen 2,1 Millionen Belgier Benzodiazepine ein. Das ist ein Rückgang um 200.000 Personen im Vergleich zu 2022. Damals lag die Zahl der Patienten noch bei 2,3 Millionen. Übrigens hält der Abwärtstrend seit 5 Jahren an.

Professor Johan Verbraecken, medizinischer Koordinator des Schlafzentrums am Universitätskrankenhaus von Antwerpen (UZA), bezeichnet den Rückgang als "absolut positiv": "Nicht nur wegen der schnellen Gewöhnung und Abhängigkeit, sondern auch wegen des 'Katers’. Das Medikament ist am Morgen noch nicht abgeklungen und beeinträchtigt die motorischen und kognitiven Funktionen, was zum Beispiel beim Führen eines Fahrzeugs oder einer Maschine eine Gefahr darstellt."

Vor allem ältere Menschen nehmen Benzos

Es sind vor allem ältere Menschen, die viele Benzos einnehmen. Auf Menschen über 65 Jahre entfällt mehr als die Hälfte des Konsums, und Frauen nehmen mehr Benzos ein als Männer. Bei älteren Menschen erhöht der Benzo-Konsum das Risiko von Stürzen. Er wird auch mit einem höheren Demenzrisiko in Verbindung gebracht.   

Ausstiegsprogramm: Jede Woche starten 100 Patientinnen und Patienten den Versuch

Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) geht schon seit geraumer Zeit gegen den problematischen Benzo-Konsum vor. Deshalb hat er Anfang letzten Jahres gemeinsam mit den Apotheken einen Plan für den schrittweisen Ausstieg der Patientinnen und Patienten aus der Abhängigkeit gearbeitet. 7.449 Betroffene haben an einem Programm teilgenommen.

Michael Storme von der Allgemeinapothekergewerkschaft ABP spricht von einem Erfolg.  "Außerdem kommen jede Woche etwa 100 Patienten hinzu. Das zeigt den Bedarf an diesem Programm", so Storme, der keine Unterschiede zwischen den Landesteilen feststellt.

Konkret geht es bei einem solchen Ausstiegsprogramm darum, dass der Apotheker die Dosis über einen kürzeren oder längeren Zeitraum schrittweise reduziert. Er stellt die Kapseln selbst her, füllt sie aber nach und nach mit immer weniger Benzodiazepinen, so dass der Patient nicht weiß, wie viel er bekommt.

Dies geschieht in 20- oder 30-Tage-Schritten. Das schnellste Schema dauert 50 Tage, das langsamste 360 Tage. Am Ende des Schemas sind die Kapseln, die der Patient noch schluckt, leer, und nur der Placebo-Effekt kommt ins Spiel.

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