Die kurdische Gemeinde ist wütend auf den Bürgermeister von Gent, Mathias De Clercq (Open VLD), nach einem Selfie mit einem Anhänger der Grauen Wölfe. Dies ist eine ultranationalistische türkische Bewegung. Das Foto entstand während der Live-Übertragung des EM-Spiels zwischen der Türkei und den Niederlanden. Der Bürgermeister betont, er habe damals nicht gewusst, mit wem man es zu tun habe.
Kurdische Gemeinde in Gent wütend auf Bürgermeister Mathias De Clercq nach Selfie mit Anhänger der Grauen Wölfe
Am 5. Juli verfolgten De Clercq und viele andere Menschen das Viertelfinale zwischen den Niederlanden und der Türkei bei der Fußball-Europameisterschaft. In der Flesjesfabriek, im Genter Bezirk Ledeberg, ließ er sich mit mehreren Unterstützern fotografieren. Einige Bilder zeigen auch Menschen, die durch bestimmte Handgesten, Schals und Mützen mit den Grauen Wölfen in Verbindung gebracht werden können.
Der Konflikt zwischen den Grauen Wölfen und den Kurden
Die Grauen Wölfe sind eine ultranationalistische Organisation aus der Türkei, die eng mit der Partei von Präsident Erdogan verbunden ist. Sie kämpfen unter anderem gegen die Forderung der kurdischen Gemeinschaft nach mehr Autonomie. Bei verschiedenen EM-Spielen der Türkei zeigten sowohl ein Spieler als auch Fans den sogennanten "Wolfsgruß", der ein typisches Erkennungsymbol der Grauen Wölfe-Anhänger ist.
Dass De Clercq Fotos mit Menschen von den Grauen Wölfen gemacht hat, finden die Kurden in Gent schockierend. Die kurdische Bewegung ist verärgert über das Verhalten des Bürgermeisters, weil es in Gent immer noch Spannungen mit den türkischen Ultranationalisten gibt. Im Vorfeld der türkischen Wahlen im März wurden mehrere kurdische Geschäfte angegriffen. Dann tauchten auch Bilder von Vandalen auf, die die Handgeste machten, die sich auf die Grauen Wölfe bezieht. Es bleibt unklar, wer genau hinter dem Vandalismus steckt. Die Stadt verhängte für einige Tage ein Versammlungsverbot in Vierteln, in denen es viele kurdische Geschäfte gibt.
Mathias De Clercq will nicht weiter auf die Aufregung um das Foto eingehen. In einem kurzen Statement erklärt er lediglich, dass er sich von jeder extremistischen Gruppe, einschließlich der Grauen Wölfe, distanziere.
