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Hälfte der belgischen Jüdinnen und Juden verheimlichen Identität aus Angst

70 Prozent der jüdischen Bevölkerung in Belgien verbergen ihre Identität zumindest gelegentlich, weil sie sich nicht sicher fühlen. Etwas mehr als die Hälfte (51 Prozent) traut sich unter keinen Umständen, jüdische Symbole zu tragen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die EU-Grundrechteagentur (FRA) am Donnerstag veröffentlichte.

Martina Luxen Belga
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"Juden sind nach wie vor mit weit verbreitetem Antisemitismus konfrontiert", fasste die FRA ihre Ergebnisse zusammen. Interessanterweise wurden die fast 8.000 Personen (688 in Belgien) in der ersten Hälfte des Jahres 2023 befragt, also vor den Angriffen der Hamas gegen Israel im Oktober und der anschließenden stark kritisierten Militäroffensive Israels gegen den Gazastreifen. Allerdings wurden auch 12 jüdische Organisationen Anfang dieses Jahres befragt.

Insgesamt geben 84 Prozent der Jüdinnen und Juden in Belgien an, dass Antisemitismus ein großes Problem in ihrem Leben darstellt. Nicht weniger als 97 Prozent haben in den 12 Monaten vor der Umfrage Judenhass in ihrem täglichen Leben erlebt.

Vierzig Prozent geben an, dass sie jüdische Veranstaltungen aus einem Gefühl der Unsicherheit heraus meiden, 54 Prozent meiden bestimmte Orte - letzteres ist der höchste Prozentsatz aller 13 untersuchten Länder.

Rund um das Bahnhofsviertel in Antwerpen leben etwa 18.000 Jüdinnen und Juden. Etwa 6.000 gehören der ultraorthodoxen Chassidim-Gemeinde an.

Wenig Vertrauen in die belgischen Behörden

Aus den Antworten geht außerdem hervor, dass 49 Prozent der Befragten angaben, im Jahr vor der Umfrage wegen ihres Judentums belästigt worden zu sein. Der europäische Durchschnittswert liegt bei 37 Prozent. 9 Prozent sagten aus, sie seien in den fünf Jahren vor der Umfrage körperlich angegriffen worden (im Vergleich zu 5 Prozent EU-weit).

Einer von drei Befragten in Belgien sagte, er werde aufgrund seiner Identität diskriminiert. Der Durchschnitt in den untersuchten Ländern liegt bei jedem Fünften.

Die belgischen Jüdinnen und Juden haben wenig Vertrauen in die Behörden bei der Bekämpfung des Antisemitismus. Nur 10 Prozent sind der Meinung, dass die belgischen Behörden dies wirksam tun. Der Durchschnitt in den 13 Ländern, die an der Umfrage teilnahmen, liegt bei 18 Prozent.

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