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Kokain-Fund
Inland
Justiz

Zoll beschlagnahmte in der ersten Hälfte dieses Jahres weniger Kokain im Antwerpener Hafen als im Jahr 2023 

In der ersten Hälfte dieses Jahres wurden im Hafen von Antwerpen 22 Tonnen Kokain beschlagnahmt. Das ist halb so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Europäische Drogenagentur warnt seit längerem, dass Drogenbanden ihre Routen ändern.

Jens Van Reet
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In den ersten 6 Monaten des Jahres 2024 konnte die belgische Zollbehörde bei 62 Beschlagnahmungen etwa 22 000 Kilogramm Kokain im Hafen von Antwerpen abfangen. Zum Vergleich: In den Niederlanden konnte der Zoll im gleichen Zeitraum etwa 16 000 Kilogramm beschlagnahmen.

Aber das Ausmaß der Kokainfunde ist deutlich geringer als 2023. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres wurden noch etwa 44 000 Kilogramm und im Jahr 2021 57 000 Kilogramm Kokain beschlagnahmt.

„Letztes Jahr war ein Erfolgsjahr, das konnte man eigentlich mit einem Ausverkauf vergleichen", kommentiert Kristian Vanderwaeren, Generaldirektor der Zollbehörde. „Drogenbanden haben damals ihre Vorräte massenhaft nach Europa transportiert. Jetzt müssen sie diese wieder auffüllen, also wenn genügend Kokain verfügbar ist, erwarte ich, dass sie es erneut nach Europa schicken."

Die Anzahl der Feststellungen, bei denen Kokain beschlagnahmt wurde, bleibt jedoch gleich. Das deutet laut Zoll darauf hin, dass die Schmuggler ihre Anstrengungen nicht verringern. Der Hafen von Antwerpen ist also nach wie vor ein wichtiger Knotenpunkt für den Import von Kokain.

„Es sind natürlich erst Halbjahreszahlen", so Vanderwaeren. „Morgen können wir einen Container mit 10 Tonnen Kokain abfangen, und dann sehen die Zahlen wieder ganz anders aus."

Produktion und Konsum steigen

Obwohl in den ersten Monaten dieses Jahres in Antwerpen weniger Kokain beschlagnahmt wurde, steigen die Produktion und der Konsum von Kokain weiterhin jedes Jahr an.

„Zum ersten Mal haben wir große Mengen Kokain abgefangen, die über Sierra Leone in den Hafen von Antwerpen gelangten. Wir müssen also nicht nur auf die Container achten, die direkt aus Lateinamerika nach Antwerpen kommen, sondern auch auf Container aus Westafrika."

Auch in Europa selbst stellt Vanderwaeren fest, dass Drogenbanden häufiger andere Routen wählen. „Es gibt weniger Ankünfte in den großen Häfen wie Antwerpen und Rotterdam. Aber wenn man nach Spanien schaut, sieht man, dass dort mehr Feststellungen gemacht werden. Auch der deutsche Zoll hat im vergangenen Jahr eine Rekordzahl an Feststellungen verzeichnet."

Neue mobile Scanner

Bei der Bekanntgabe der Halbjahreszahlen wurden auch zwei neue mobile Scanner eingeweiht. Anfang dieses Jahres nahm die Zollbehörde bereits drei neue Scanner in Betrieb. Bis Ende 2024 sollen neun Scanner im Einsatz sein, um alle Risikocontainer zu überprüfen.

Mit diesen Scannern kann ein Container direkt am Kai kontrolliert werden, so nah wie möglich an der Stelle, an der die Container entladen werden.

„Wenn wir ausreichend scannen und wenn es eine ausreichende Abschreckung gibt, könnten Drogenbanden irgendwann sagen, dass Antwerpen für sie nicht mehr so interessant ist", sagt Vanderwaeren. „Dann ist das Problem hier zwar gelöst, aber nicht für den Rest Europas. Europa muss also auch die notwendigen Maßnahmen treffen, damit der Schwerpunkt sich nicht nach Spanien oder Deutschland verschiebt.“

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