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Ein Modellfoto des Vorhabens

Ein großer Bruder für die "Durchblickkirche" in Borgloon? Die Abtei von Herkenrode soll wieder "aufgebaut" werden

Die beiden Architekten Arnout Van Vaerenbergh und Pieter-Jan Gijs wollen die Kirche der Abtei von Herkenrode, das historische Herz von Hasselt in Limburg, wie die Kapelle im nahen Borgloon als „Durchblickgebäude“ wieder aufbauen. Doch dabei soll es nicht bleiben. Für die Projektplanung, die „Clausura“ genannt wird, steht 1 Mio. € zur Verfügung. Flandern investiert 5 Mio. € in die Umsetzung des Vorhabens. 

Andreas Kockartz
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„Wenn man heute durch die Abtei spaziert, dann merkt man, dass das Zentrum oder das Herz fehlt“, so Arnout Van Vaerenbergh: „Nur die Kapelle und ein Teil der Unterkünfte für die Nonnen sind noch da. Früher war das anders. Damals stand hier ein großer Komplex mit einer gotischen Kirche, Klostergängen und Schafsäle für die Schwestern. Das wollen wir rekonstruieren.“

Das Architektenduo wird dabei mit ihren bezeichnenden Merkmalen vorgehen, so Van Vaerenbergh dazu gegenüber VRT NWS: „Wir machen eine Art Linienzeichnung im öffentlichen Raum. Nicht mit festen Mauern sondern mit abstrakten Linien werden die Gebäude erscheinen. Das soll eine räumliche Erinnerung sein, die gerade genug Form preisgibt. Gleichzeitig lässt der offene und transparente Charakter zu, dies mit der eigenen Phantasie zu füllen.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter) 

Modell des Gesamtprojekts

Der gesamte Komplex wird sich über eine Fläche von 120 x 70 Meter erstrecken. Darin ist nicht nur das Skelett der Kirche mit einer Höhe von 50 Metern und einer Länge von 60 Metern enthalten, sondern auch weitere Gebäude: „Zwischen den Gerippen ist jeweils ein Meter Luft. Man kann in allen Richtungen hindurchschauen. Wer nicht rundschaut, der wird einen Teil des Gebäudes verpassen.“, so der Architekt. Man werde sehen, so Van Vaerenbergh, dass die Gebäude als eine Art Panorama erscheinen, durch das man durchgehen könne.

Man werde den gesamten Komplex unter Respekt vor der Geschichte und des Aspektes des Kulturerbes realisieren, so Kollege Pieter-Jan Gijs: „Wir haben das Glück, dass das gesamte Terrain nach früheren archäologischen Ausgrabungen höher liegt. Die Reste liegen jetzt ungefähr einen Meter im Boden. Das lässt uns zu, zu graben, um die Fundamente legen zu können. Darauf wird unsere Konstruktion entstehen. Die archäologischen Überbleibsel bleiben sicher unter der Erde.

(Lesen Sie bitte unter der Illustration weiter)

Die Abtei von Herkenrode

Diese Abtei wurde am Ende des 12. Jahrhunderts errichtet und war eine der ersten Frauenabteien in den Niederen Landen. Die Zisterzienserinnen boten einen Ort für unternehmende und religiöse Frauen und bauten die Abtei von Herkenrode zu einer der reichsten Frauenabteien in dieser Region aus.

Die Abtei war früher jahrhundertelang ein „Hotspot“ für Pilger. Weil die Abtei über zahlreiche Ländereien in der Umgebung verfügte, wuchs die Glaubensgemeinschaft auch zu einer wirtschaftlichen und weltlichen Macht aus.

1797 wurde das Kloster aufgelöst und die Ausstattung wurde verkauft. 1826 wurde die gotische Kirche durch einen Brand zerstört und nicht wieder aufgebaut. Heute ist von der alten Anlage nur noch weniger als die Hälfte übrig.

Die Abtei von Herkenrode heute

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