Die belgische Wettbewerbsbehörde BMA hat die drei in Belgien aktiven Sicherheits- und Bewachungsunternehmen Securitas, G4S und Seris zu 47 Mio. € Bußgeld verurteilt. Grund dafür sind „schwerwiegende und langfristige Kartellpraktiken.“ Die Unternehmen haben jahrelang ihre Preise und die Bewerbung für öffentliche Aufträge untereinander abgestimmt und eine Regelung getroffen, sich gegenseitig kein Personal abzuwerben.
Belgien: 3 große Sicherheitsfirmen zu Bußgeld in Millionenhöhe wegen Kartellabsprachen verurteilt
Diese umfassende Kartellbildung kam im Februar 2000 ans Licht. Die drei Unternehmen Securitas, G4S und Seris kontrollieren gemeinsam rund 80 % des Marktes kontrollieren, standen im Verdacht, zwischen 2008 und 2020 ihre Preise, die Bewerbungen für Aufträge der öffentlichen Hand und auch ihre Personalpolitik miteinander abgesprochen zu haben.
Belgiens Wettbewerbs-„Wachhund“ BMA spricht zur Begründung des hohen Bußgeldes von 47 Mio. € von „schwerer und langanhaltender Kartellpraktiken, bei denen die größten Mitspieler in der Sicherheitsindustrie auf verschiedene Art und Weise die Konkurrenz untereinander beschränkten und dies zum Nachteil ihrer Kunden und der gesamten Wirtschaft. Diese Art Praktiken bilden die schwersten Verstöße gegen die Wettbewerbsregeln.“
Hohe Strafen für zwei der drei beteiligten Unternehmen
Unter anderem trafen die drei Sicherheitsfirmen Absprachen zu Verträgen für Bewachungsaufgaben für das belgische Verteidigungsministerium und für das NATO-Hauptquartier ab. Die Ermittlungen der BMA wurden letztes Jahr abgerundet und jetzt legt die Wettbewerbsbehörde ihre Sanktionen vor.
Es wurden Bußgelder über 47 Mio. € verhängt. Davon muss G4S 36 Mio. € zahlen und Seris 11 Mio. €. Securitas hingegen ist von Bußgeldern befreit, denn dieses Unternehmen hatte sofort „gestanden“, an den Kartellabsprachen beteiligt gewesen zu sein und beschloss, mit der BMA zusammenzuarbeiten.
Daneben wurden auch die Ermittlungen gegen 11 Verdächtige aufgehoben, da auch diese Personen mit der Behörde zwecks Aufklärung zusammengearbeitet haben. Gegen eine Person wird allerdings noch immer ermittelt. Im Zuge dieses Vorgangs musste Jean-Paul Van Avermaet seinen Posten als CEO der belgischen Post (Bpost) räumen. Er war davor Manager bei G4S.
