In den vergangenen Wochen ist die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus Covid-19 in Belgien wieder angestiegen. Dies bestätigte inzwischen auch der Virologe Marc Van Ranst (KU Leuven, Rega Institute for Medical Research). Dass dies ausgerechnet im Sommer passiert, haben die Virologen so nicht erwartet und doch geht Van Ranst davon aus, dass kein Grund zur Panik vorliegt, „auch wenn es einige Leute erschreckend finden, dass man immer noch sehr krank davon sein kann.“
Zum Sommeranfang mehr Corona-Infizierungen in Belgien: "So lange es bei Omikron bleibt, ist wenig zu befürchten"
Dass es in Belgien wieder zu mehr Corona-Infizierungen kommt, stellten die Virologen vor einigen Wochen an den Rückständen des Virus SARS-CoV-2 im Abwasser fest. Diese Art der Analyse, das Monitoren des Abwassers, ist derzeit einer der sichersten Wege, um Corona in unserem Land festzustellen, da aktuell fast keine Coronatests mehr durchgeführt werden. „Diese Zahlen sind oft eine ‚early warning‘. Sie sagen recht gut voraus, was bei den Menschen passiert“, so der Virologe.
Dass aber derzeit so hohe Coronawerte entstehen, hält Professor Van Ranst allerdings für seltsam: „Im vergangenen Sommer haben wir kaum Corona gesehen und das waren gute Nachrichten. Wenn ein Virus abhängig der Jahreszeiten ist, dann ist das ein Teil der normalen Entwicklung und auch der Lösung.“
„Aber wir sollten auch nicht übertreiben. Dieses Aufkommen ist auf keinen Fall mit den ersten Wellen von 2020 und 2021 zu vergleichen. Das wird wieder verschwinden. Wir beobachten immer die eine oder andere Welle, wenn auch etwas mehr im Winter“, so Van Ranst.
Neue Variante(n)?
Dass es derzeit zu einer neuen Welle kommen kann, liegt möglicherweise daran, dass einige neue Varianten zirkulieren. Aber auch dass nuanciert Virologe Van Ranst: „Es gibt andauernd neue Varianten und die bekommen jedes Mal wieder einen neuen Namen und diese werden ein paar Wochen danach durch andere Varianten und Namen ersetzt. Das haben wir bereits dutzende Male erlebt. Das sind zwar noch immer Omikron-Varianten und so lange das der Fall ist, haben wir nichts zu befürchten. Erst wenn es sich nicht mehr um Omikron handelt, riskieren wir eine ernstere Entwicklung. Erst dann können wir entsprechende Maßnahmen ergreifen oder sehen, ob passende Impfungen nützlich sind.“
Aktuell sieht Marc Van Ranst keine Notwendigkeit für Maßnahmen gegen Corona. Inzwischen profitiere die Gesellschaft noch von einigen Überbleibseln der Maßnahmen von damals: „Viele Leute haben heute die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten.“ Derzeit beobachten Mediziner und Virologen ein ganzes Spektrum von Coronaerkrankungen, die von Erkältung bis erster Erkrankung reichen, doch auf den Intensivstationen ist das nicht der Fall.
Hier befürchtet man keine Entwicklungen, wie bei den ersten 4 Coronawellen. In einem Pflege- und Altenheim in Wezembeek-Oppem in Flämisch-Brabant allerdings liegt ein „kleiner“ Coronaausbruch vor. Dort sind 3 Bewohner der gleichen Abteilung infiziert. Deshalb gilt hier bis auf weiteres Maskenpflicht…
