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Der Dreiländerzug am frühen Morgen des 1. Juli abfahrbereit und leicht verspätet in Lüttich

Der Dreiländerzug fährt endlich: Was lange währt, wird endlich gut?

Am Sonntag, den 30. Juni, nahm der Dreiländerzug, der Aachen über Maastricht mit Lüttich verbindet, seine Fahrt auf. Der Start des Regionalexpress RE18, der in Belgien als S43 verkehrt, wurde mehrmals verschoben, zuletzt, weil nach einem Unwetter mit Starkregen die Gleise zwischen der niederländischen Grenze und Visé bei Lüttich unterspült waren und komplett erneuert werden mussten. 

Andreas Kockartz
Veröffentlicht:

Betreiber des Dreiländerzuges ist die niederländische DB-Tochter Arriva. Die 8 Züge sind mit der modernsten Sicherheitstechnik ausgerüstet und zwar mit der neuen ETCS-Technologie GUARDIA ausgerüstet, zu der das in Belgien erforderliche ERMTS-Paket gehört. ERMTS steht für European Rail Traffic Management System und ETCS steht für „European Train Control System“. In Belgien müssen alle Triebfahrzeuge mit diesen Systemen ausgerüstet sein, denn so gut wie alle Strecken wurden hier inzwischen mit diesen Sicherheitssystemen ausgebaut.  

Der Dreiländerzug ist ein lange gehegter Wunsch in der Euregio Maas-Rhein. Die Züge verbinden als LIMAX-RE 18 Aachen in Nordrhein-Westfalen über Heerlen, Valkenburg und Maastricht in der Provinz Südlimburg in den Niederlanden mit dem belgischen Lüttich in der gleichnamigen Provinz. LIMAX ist übrigens eine Abkürzung für Liège-Maastricht-Aachen-Express.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Betreiber ist die niederländische DB-Tochter Arriva

Eigentlich eine interessante Verbindung

Interessant ist, dass dieser Dreiländerzug in den drei Hauptbahnhöfen Aachen HBF, Maastricht C.S. und Lüttich-Guillemins Anschlüsse an den Fernverkehr und an die Hochgeschwindigkeitszüge ICE und Eurostar sowie an das jeweilige IC-Inlandsnetz bietet. In Maastricht gibt es zudem auch einen Anschluss nach Hasselt, der Provinzhauptstadt von Flämisch-Limburg. 

Eine Ringbahn, die den Dreiländerzug von Lüttich aus über Verviers und Welkenraedt direkt nach Aachen bringen würde, ist nicht vorgesehen, da die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB eine direkte S-Bahn-Verbindung (S41) zwischen Lüttich-Saint-Lambert und Aachen HBF eingerichtet hat.

Schon 2019 angedacht

Schon seit 2019 fährt dieser Zug  zwischen Maastricht und Aachen, doch die belgischen Behörden forderten, dass die entsprechenden Züge des niederländischen Bahnunternehmens Arriva mit dem europäischen Sicherheitssystem ETCS ausgerüstet werden mussten, was umgesetzt wurde. Doch die dazugehörende Kompatibilität zwischen den drei individuellen Sicherheitssystemen der jeweiligen Eisenbahnen brachte technische Probleme, z.B. durch die Höhe der Züge.

Es geht dabei darum, dass die Züge die Induktoren dieser Systeme in den Gleisen überfahren müssen und da zeigten sich Probleme… Dies sorgte letztendlich dafür, dass die Anträge für die Genehmigung für diese Züge bei der Europäischen Eisenbahnagentur ERA („European Railway Agency“) verschoben werden mussten. Eigentlich hätte der Hersteller dieser 8 Mehrstrom-Nahverkehrszüge vom Typ Flirt, Stadler Rail aus der Schweiz, diese Probleme früher erkennen müssen, so das niederländische Eisenbahn-Fachmagazin „Rail Magazine“ im Dezember 2023 dazu.

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Der RE18 in Aachen HBF vor der Verlängerung von Maastricht nach Lüttich (Archivfoto)

Wie zuverlässig ist der Dreiländerzug?

Seit dem Arriva diesen Zug zwischen Aachen und Maastricht eingerichtet hat, ist die Verbindung mit Problemen behaftet. Verspätungen sind tägliche Kost und nicht selten fallen die Züge ganz aus. Inzwischen scheinen die technischen Probleme vom Tisch zu sein, denn Testfahrten in allen drei beteiligten Ländern verliefen positiv und inzwischen scheinen die Sicherheitssysteme auch miteinander konform zu sein.

Doch ein anderes Problem scheint weiter ungelöst zu sein. Das ist der akute Personalmangel bei der DB-Tochter Arriva. Noch immer kommt es laut einem Beitrag der regionalen Tageszeitung Aachener Nachrichten (AN) kurzfristig zu gestrichenen Fahrten vor allem am Wochenende und an Feiertagen. Zudem ist die entsprechende Information spärlich. Ergibt sich z.B. ein Problem auf niederländischer Seite, ist dies auf den Fahrplantafeln und den Bahnhofsanzeigen in Deutschland nicht unbedingt ersichtlich. Und auch die gängigen Fahrplan-Apps sind nicht aufeinander abgestimmt.

Wie sich dies auf der belgischen Seite auswirkt, bleibt abzuwarten. Der RE18/S43 kam am frühen Montagmorgen (1. Juli) Lüttich-Guillemins mit Verspätung an und fuhr dementsprechend auch verspätet dort in Richtung Maastricht und Aachen ab. Aber auf den Anzeigetafeln und den belgischen Apps war das zu erkennen, wie der Verfasser dieser Zeilen feststellen konnte… 

Lüttich international: Der Dreiländerzug und der ICE nach Frankfurt/Main

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