Der Einzelhandel im flämischen Modesektor hat ein schlechtes erstes halbes Jahr 2024 hinter sich. In den Modeboutiquen und in anderen Einzelhandelsgeschäften im Bekleidungsbereich lagen die Umsätze um durchschnittlich 11 % unter denen des gleichen Vorjahreszeitraums, die der Verband der flämischen Modegeschäfte, Mode Unie, in einer Umfrage unter seinen Mitgliedern feststellte. Der Sommerschlussverkauf beginnt am kommenden Montag (1. Juli) denn auch mit Preisnachlässen von schon 30 %.
Krise im flämischen Modesektor? Schlechte Umsätze in der ersten Jahreshälfte
Ist der Modesektor in Flandern im Krisenmodus? Nach Ansicht des Sektorverbandes Mode Unie, der zum flämischen Unternehmerverband Unizo gehört, ist dies der Fall. Aus einer Umfrage unter 143 selbständig geführten Modeläden in Flandern liegen die Umsätze in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres um durchschnittlich 11,4 % unter denen im gleichen Zeitraum 2023.
Isolde Delanghe, die Direktorin von Mode Unie, führt dies auf die klassischen Probleme der letzten Zeit zurück: „Coronakrise, Energiekrise, steigende Lohnkosten… Die meisten Modehändler können das nicht alles an die Kundschaft weitergeben.“ Doch es gibt laut Delanghe noch drei weitere Gründe für den Umsatzrückgang, wie sie gegenüber der flämischen Tageszeitung Gazet Van Antwerpen erwähnte: „Regen, Regen und Regen.“
Forderungen an die neue belgische Regierung
Mode Unie fordet von der neuen belgischen Bundesregierung Unterstützung, um aus dieser misslichen Lage herauszukommen: „Wir bitten darum, dass die Modehändler nicht länger verpflichtet werden, dem automatischen Lohnindex folgen zu müssen, wenn es so schlecht geht, wie jetzt. Wir wollen auch ein Verbot von kostenlosen Retouren beim Online-Einkauf. Große E-Commerce-Unternehmen können sich das erlauben, der kleine Einzelhandel aber nicht.“
Weniger Verkauf bedeutet auch volle Lager. Beim Start des Sommerschlussverkaufs am Montag werden viele Geschäfte bereits mit Rabatten ab 30 % locken und offenbar spürt der Einzelhandel, dass die Kundschaft auf den SSV wartet: „Fast 60 % der Händler glauben, dass sie dieses Jahr im Ausverkauf gleich viel oder sogar noch mehr verkaufen werden, als letztes Jahr.“
