In einem Café in der Brüsseler Gemeinde Sint-Gillis unweit des Brüsseler Bahnhofs Süd/Midi sind bei einer Schießerei 2 Menschen ums Leben gekommen und 2 weitere Personen wurden lebensgefährlich verletzt. Eine dritte Person wurde nur leicht getroffen. Die Polizei geht von einer Abrechnung in der Drogenszene aus, doch die Opfer haben mit solchen Dingen offenbar nichts zu tun und waren wohl nur zufällig in der Kneipe als die Schüsse fielen.
2 Tote bei einer Schießerei in einem Café am Brüsseler Südbahnhof
Die Schießerei fand am Café Astoria in der Argonnestraat in Sint-Gillis statt in unmittelbarer Nähe zum Südbahnhof. Laut Polizei fielen die Schüsse zwischen 1 und 2 Uhr in der Nacht. Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen. Zunächst war völlig unklar, wo der Hintergrund für diesen Vorfall liegt. Doch inzwischen gehen die Ermittler davon aus, dass sich die Schüsse gegen die aus Albanien stammenden Wirte der Kneipe richteten.
Ersten Informationen zufolge wurden dabei 2 Personen erschossen und 3 verletzt. Während eine Person nur leicht verletzt wurde, befinden sich die beiden anderen Angeschossenen in Lebensgefahr. Offenbar galten die Schüsse also nicht den Opfern, die wohl nur zufällig in dem Café waren. Vom Täter fehlt bisher jede Spur. Bei den Tätern soll es sich um 2 Personen handeln, die mit einem scooter vor dem Café aufgetaucht waren.
Bei den beiden Toten handelt es sich um eine 46 Jahre alte Frau und um einen 44 Jahre alten Mann, so die Brüsseler Staatsanwaltschaft. Aus gut unterrichteter Quelle erfuhr VRT NWS, dass die Täter wohl mit einer Kalaschnikow geschossen hatten, auch wenn die Staatsanwaltschaft dies offiziell nicht bestätigt.
Drogengewalt in der Hauptstadt
Diese Schießerei ist angesichts der Opferzahl eines der schwersten Verbrechen seiner Art in Brüssel. Doch die Hauptstadt und in erster Linie hier einige Viertel in der Gemeinde Sint-Gillis und die Umgebung des Süsbahnhofs wird seit langem von Gewalt in Zusammenhang mit der Drogenkriminalität heimgsucht.
2023 gab es in diesem Bereich 7 Tote und rund 130 Verletzte. Zumeist geht es hierbei um Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden, die um Territorien streiten, in denen sie ihre Drogen verkaufen wollen. Noch in dieser Woche hatte die Brüsseler Polizei einer Bande im Peterbos-Viertel in Anderlecht mit 19 Festnahmen einen schweren Schlag versetzt. Diese Bande hatte auch Verbindungen nach Marseille.
Jean Spinette (PS), der Bürgermeister von Sint-Gillis, fordert für seine Brüsseler Gemeinde ein internationales Statut und auch mehr Ordnungskräfte für die Umgebung des Südbahnhofs. Das kleine Sint-Gillis mit seinen lokalen Polizeieinheiten könne diese Probleme nicht alleine lösen, so Spinette.
