Der Brand im Kennedy-Turm in Lüttich am Montag ist für Beobachter eine Art Weckruf gewesen. Dieser Ansicht ist auch Embuild, der flämische Verband der Bauwirtschaft. Man müsse in erster Linie dort in den Brandschutz investieren und nicht unbedingt in Energiemaßnahmen. Inzwischen ist eine weitere Person aus dem Gebäude seinen schwern Verletzungen durch eine Rauchvergiftung erlegen. Damit forderte dieser Brand zwei Todesopfer. Mindestens eine weitere Person soll sich noch in Lebensgefahr befinden.
Nach dem Brand in Lüttich: Mehr Sicherheit für ältere Hochhäuser?
Embuild ruft nach dem Hochhausbrand in Lüttich dazu auf, in erster Linie in älteren Gebäuden dieser Art in die Sicherheit und in den Brandschutz zu investieren. Der Rauch, des im Kellerbereich entstandenen Feuers hatte sich sehr schnell über die diversen Schächte im ganzen Gebäude verbreitet, was in mehreren Fällen zu teilweise schweren Rauchvergiftungen führte und was die Evakuierung der Bewohner deutlich erschwerte.
Der Kennedy-Turm in Lüttich ist in den 1970er Jahren gebaut worden. Inzwischen aber, wie aus Kreisen der Bauwirtschaft verlautet, sind neue Baustoffe auf dem Markt, mit der die Sicherheit auch von älteren Hochhäusern verbessert werden könne. Nicht zuletzt ist der Stand der Technik, so eine Sprecherin des flämischen Bauverbandes Embuild, heute wesentlich besser, als vor 50 Jahren.
Warn- und Detektionssysteme sind in den Schächten und in den technischen Räumen und Anlagen in den Kellern von Hochhäusern in Belgien nicht verpflichtet. Doch nach Ansicht von Embuild müsste eine solche Pflicht eingeführt werden. Bei solchen Vorkommnissen werden immer wieder die Bilder des verheerenden Hochhausbrandes im Grenfell Tower in London aufgerufen. Doch im Kennedy-Turm in Lüttich sind die Außenverkleidungen aus Beton.
Zweiter Toter nach dem Feuer
Inzwischen ist eine zweite Person, die durch den Brand in dem Hochhaus eine schwere Rauchvergiftung erlitten hatte, an den Folgen davon gestorben. Zwei der Bewohner des Kennedy-Turms, die nicht rechtzeitig evakuiert werden konnten, befinden sich noch auf Intensivstationen. Mindestens eine Person soll noch in Lebensgefahr schweben.

