Der Verband der belgischen Unternehmen, VBP, ruft die noch zu bildenden Regierungen in Bund, Ländern und Regionen dazu auf, schnell wirtschaftliche Reformen durchzuziehen. Nach Ansicht der Unternehmer und Arbeitgeber wiegen die aktuellen Lohn- und Energiekoste schwer auf die Firmen und auf die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich.
Belgischer Unternehmerverband VBO ruft zu wirtschaftlichen Reformen auf
Vor allem Industrie und Handel haben nach Ansicht des VBO schwer mit der starken Konkurrenz im Ausland bzw. in den direkten Nachbarländern zu kämpfen. Belgien müsse das Ruder umwerfen, so VBO-Vorstand Pieter Timmermans: „Man muss endlich durchgreifen und das Arbeitslosengeld zeitlich befristen. Aber auch die Arbeitsorganisation muss angepackt werden. Nicht für nichts lassen sich Unternehmen, die im Online-Handel aktiv sind, auf der anderen Seite der Grenzen nieder.“
Die Arbeitgeber wünschen sich mehr Flexibilität in den Betrieben. Der VBO will einfachere Spät- und Nachtschichten einführen und auch mehr Arbeit an den Wochenenden: „Am liebsten würden wir das in Absprache mit den Gewerkschaften besprechen, denn man kann die Realität nicht ignorieren. Wir haben einige Aktivitäten im Bereich E-Commerce ans Ausland verloren. Schon die kleinste Gewerkschaft mit nur einem Vertreter hat Vetorecht. So kann man nicht nach vorne schauen.“
Hoher Steuerdruck
VBO-CEO Pieter Timmermans appelliert einmal mehr an die Politik in Belgien, etwas gegen den hohen Steuerdruck zu unternehmen, unter dem die belgische Wirtschaft steht: „Wir sind schon jetzt das am höchsten belastet Land der Welt. Europa, die Finanzmärkte und die Ratingbüros warten nicht auf massive Steuererhöhungen. Sie bitten um effizientere staatliche Ausgaben auf allen Niveaus.“
Aus der halbjährig durchgeführten Umfrage des Unternehmerverbandes unter seinen Mitgliedern erscheint zwar, dass die Unternehmer in Belgien in letzter Zeit wieder etwas optimistischer in die wirtschaftliche Zukunft blicken, doch fast alle Sektoren erwarten, dass sich am Arbeitsmarkt im kommenden Halbjahr nicht viel tun werde bzw. dass weniger neue Arbeitsplätze geschaffen werden können.
