Die belgische Bundesagentur für Lebensmittelsicherheit (FAVV) ruft Belgier, die derzeit nach Deutschland reisen oder die sich dort aufhalten - darunter z.B. die Fußballfans, die zur dortige Europameisterschaft fahren, dazu auf, von dort kein Schweinefleisch mitzubringen. Am vergangenen Wochenende wurde in Deutschland nur etwa 200 km von der Grenze entfernt, Afrikanische Schweinepest festgestellt. Das Virus nähert sich unserem Land deutlich.
Schweinepest in Deutschland: Belgiens Lebensmittelbehörde ruft dazu auf, von dort kein Schweinefleisch mitzubringen
Afrikanische Schweinepest wurde vor kurzem bei einem Wildschwein im Landkreis Groß-Gerau in Hessen in der Nähe von Frankfurt festgestellt. „Es fällt auf, dass das Virus einen Sprung von etwa 500 Kilometern von den bekannten Risikogebieten gemacht hat“, so FAVV-Sprecherin Hélène Bonte: „Das macht es wahrscheinlich, dass sich das Virus über menschliches Handeln verbreitet.“
Dabei spielen möglicherweise auch Verbraucher eine Rolle. Die Lebensmittelagentur ruft daher jeden, der in diesen Tagen nach Deutschland fährt, in den Schweinepest-Risikogebieten aufzupassen. „Wenn man aus solchen Gebieten zurückkommt, sollte man kein Schweinefleisch, wie Salami oder Trockenwurst mit nach Belgien bringen“, so FAVV-Sprecherin Bonte. Man sollte Essensreste nur in geschlossene Abfallbehälter werfen, z.B. an Autobahnraststätten während der Reise, so Bonte weiter.
Afrikanische Schweinepest
Afrikanische Schweinepest ist ein ansteckendes Virus, das für Haus- und Wildschweine lebensgefährlich ist. Schweine, die daran erkranken, sterben innerhalb von 2 bis 3 Wochen. Für Menschen ist dieses Virus ungefährlich und auch der Konsum von Fleisch von möglicherweise erkrankten Schweinen ist unproblematisch.
„Belgien ist seit einigen Jahren frei von Schweinepest und will es auch bleiben“, so die Lebensmittelagentur. In unserem Land ist seit 2020 keine Schweinepest mehr vorgekommen, doch in anderen europäischen Ländern, zumeist in Osteuropa aber auch in Deutschland und in Italien verbreitet sie sich weiter. 2023 wurden über 4.500 Fälle bei Schweinen und über 7.900 Fälle bei Wildschweinen festgestellt.
