Melissa Depraetere (Foto), die Vorsitzende der flämischen Sozialisten Vooruit, steht einer Regierungsteilnahme ihrer Partei auf belgischer Bundesebene offen gegenüber. Dies sagte sie in einem Gespräch mit der Regionalzeitung Krant van West-Vlaanderen. Vor kurzem hieß es noch von Seiten des Vooruit-Politikers Conner Rousseau, dass die Möglichkeit einer Regierungsteilnahme der Partei eher gering sei.
Flanderns Sozialisten zur belgischen Regierung: "Wir müssen das probieren"
Vooruit-Parteichefin Melissa Depraetere kann sich vorstellen, dass ihre Partei einer Koalition mit N-VA (flämische Nationaldemokraten), Les Engagés (frankophone Zentrumspartei), CD&V (flämische Christdemokraten) und MR (frankophone Liberale) auf belgischer Bundesebene doch beitritt.
Ihr Vorgänger im Parteivorsitz Rousseau deutete noch vor einigen Tagen an: „Die Möglichkeit, dass Vooruit in eine föderale Regierung geht, ist klein.“
Doch dies scheint Schnee von gestern zu sein. Auch wenn eine Koalition mit den oben genannten Parteien keine einfache Sache sei, sollte man es versuchen, so Depraetere: „Die inhaltlichen Unterschiede zwischen diesen Parteien sind groß, doch ich finde, dass wir es probieren sollten.“
Die flämischen Sozialisten wollen aber an bestimmten ihrer Kernpunkte nicht rütteln: „Der Fokus muss auf der Stärkung der Kaufkraft liegen und wir werden nicht im Gesundheitswesen sparen. Das muss von Anfang an deutlich sein.“
Wie das gehen soll, kann sich die junge Sozialistin vorstellen: „Wir werden einige Prioritäten nach vorne schieben. (…) Vielleicht muss das jede Partei tun: Einige Punkte vorschieben und für den Rest jedem etwas gönnen. Das könnte glücken finde ich.“
