Prinzessin Astrid, die Schwester von König Philippe, hält sich seit Sonntag und noch bis Mittwoch als Leiterin einer 450-köpfigen belgischen Handelsmission in Norwegen auf. Mit dabei in dieser Delegation sind einige Minister aus Bund und Ländern sowie zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft und Forschung.
Prinzessin Astrid an der Spitze einer belgischen Handelsmission in Norwegen
Zentrale Themenbereiche dieser Handelsmission sind die Energiewende und die Kreislaufwirtschaft sowie Wissenschaft und Medizin und nicht zuletzt Design. Belgiens Außenministerin Hadja Lahbib (MR) unterstrich zu Beginn des Aufenthalts in Norwegen „die langewährenden freundschaftlichen Verbindungen“ zwischen beiden Ländern.
Belgien mag vielleicht nicht der größte Handelspartner dieses skandinavischen Landes sein, doch Außenministerin Lahbib ließ wissen, dass die wirtschaftlichen Beziehungen in den letzten Jahren intensiver geworden seien und dass sie in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen würden.
Exportzahlen in Richtung Norwegen steigen
Der Wert des Exporte aus Belgien in Richtung Norwegen ist von 1,7 Mia. € im Jahr 2019 auf 4,8 Mia. € im vergangenen Jahr angestiegen. Im Gegenzug wurde in erster Linie Öl und Gas aus Norwegen importiert und seit dem Ukrainekrieg und dem Handelsboykott gegen Russland kommen rund 90 % des hier verbrauchten Gases aus dem skandinavischen Land. Inzwischen verbindet eine Gaspipeline, die im Hafen von Zeebrügge ankommt, Belgien mit Norwegen.
Auch aus diesem Grunde sind Bundesenergieministerin Tinne Van der Straten (Ecolo) und Belgiens Nordseeminister Paul Van Tigchelt (Open VLD) Teil der Handelsdelegation. Flandern wird von Ministerpräsident Jan Jambon (N-VA) vertreten, die Wallonie von Landeswirtschaftsminister Willy Borsus (MR) sowie von Landesenergieminister Philippe Henry (Ecolo). Die Brüsseler Hauptstadt-Region wird von Außenhandels-Staatssekretärin Ans Persoons (Vooruit.brussels) repräsentiert.
Energieabkommen mit Norwegen
Inzwischen wurde im Rahmen dieser Handelsmission ein Abkommen in Sachen Energieversorgung geschlossen. Bundesenergieministerin Van der Straeten unterzeichnete ein Abkommen zur Lieferung von norwegischer Windenergie aus Offshore-Anlagen, die über die Prinzessin Elisabeth-Energieinsel nach Belgien geleitet werden wird.
Flanderns Ministerpräsident Jambon wiederum einigte sich mit den norwegischen Behörden auf die Speicherung von CO2, das bei den Industrieprozessen in Flandern nicht vermieden werden kann, in Speichern in der Nordsee auf dem Gebiet Norwegens.
