Maxime Prévot (Foto), der Vorsitzende der frankophonen Zentrumspartei Les Engagés will kein Veto einlegen, doch auch eine Woche nach den Parlamentswahlen ist er von der Vorstellung, dass Bart De Wever von den flämischen Nationaldemokraten N-VA Premierminister wird, nicht begeistert: „Es ist an ihm, zu beweisen, dass er alle Belgier respektieren und zusammenbringen kann.“ Prévot wünscht sich zudem, dass auch die flämischen Sozialisten Vooruit auf föderaler Ebene in eine Mehrheit einsteigen, doch die sind davon (noch) nicht wirklich überzeugt.
Maxime Prévot (Les Engagés) bleibt dabei: "Ich habe meine Zweifel bei Bart De Wever als Premierminister"
Es scheint verzwickt. Prévot rief am Wochenende die flämischen Sozialisten Vooruit dazu auf, sich einer Mehrheit auf belgischer Bundesebene anzuschließen. Vooruit und Les Engagés hätten rein rechnerisch gemeinsam mit der N-VA, den flämischen Christdemokraten CD&V sowie den frankophonen Liberalen MR eine Mehrheit.
Doch Vooruit-Politiker Conner Rousseau gab dazu an, seine Partei wolle nicht unbedingt in eine Bundesregierung mit N-VA und MR einsteigen, denn diese beiden Parteien würden zu sehr an Einsparungen denken. Laut Prévot soll Vooruit aber wohl mitregieren, damit man gemeinsam das Gesundheitswesen verteidigen könne.
Wer soll Premier werden?
Und bei der Frage, wer denn in einer solchen Mehrheit Premierminister werden soll, gehen die Meinungen auseinander. N-VA-Parteichef Bart De Wever hatte schon im Wahlkampf angedeutet, bei einem Wahlsieg in Flandern Premier von Belgien werden zu wollen. Kernthema der N-VA im Wahlkampf für das belgische Bundesparlament ist, Belgien konföderal aufzuteilen, in dem den Ländern und Regionen weitestgehend Zuständigkeiten übertragen werden.
Maxime Prévot hatte schon am Montag nach den Wahlen angedeutet, dass er davon nicht viel halte und dies wiederholte der frankophone Zentrumspolitiker, der in der Wallonie zu den eindeutigen Wahlsiegern gehört, am Montagmorgen gegenüber dem VRT-Sender Radio 1: „Ich habe nicht die Gewohnheit, Vetos gegen Menschen einzulegen. Das tue ich lieber mit Ideen, so wie beim Konföderalismus.“
Die Meinungen gehen auseinander
Während der Parteichef der frankophonen Liberalen MR, Georges-Louis Bouchez, der ebenfalls in der Wallonie zu den Wahlsiegern gehört, wenig Einwände gegen einen Premier De Wever hat, bleibt Prévot bei seiner Zurückhaltung: „Der N-VA-Vorsitzende hat im Laufe der Jahre einige Bemerkungen gemacht, die die Leute im Süden des Landes beleidigt haben. (…) Ich habe heute meine Zweifel über Bart De Wever als Premier. Es wäre logisch, weil er der Vorsitzende der größten Partei des Landes ist. Doch es ist an ihm, zu beweisen, dass er alle Belgier respektieren und zusammenbringen kann.“
Bart De Wever müsse sich dann als ein Botschafter für ein Land erweisen, dass er verteidigt und nicht für ein Land, das er aufteilen wolle: „Der Ball liegt in seinem Lager.“ Doch auch Prévot lässt die Türe einen Spalt offen: „Wir werden sehen, welche Botschaften er in Richtung der frankophonen Seite sendet. Worte sind wichtig, um dem Süden des Landes kein schlechtes Gefühl zu vermitteln. Doch Ideen sind das wichtigste. Ich stimme dem Konföderalismus nicht zu, doch ich bin davon überzeugt, dass wir unser Lande ohne diese Art der Politik erneuern können.“
