In Brüssel haben am Sonntag rund 4.500 Menschen an einer Demonstration gegen den Rechtextremismus und gegen den politischen Rechtsruck in Belgien demonstriert. Die Demo wurde von diversen linken und antifaschistischen Vereinigungen organisiert. Am Madou wurde das Hauptquartier des rechtsextremen Vlaams Belang mit Farbbeuteln beworfen.
Demo gegen Rechts in Brüssel - Büro von Vlaams Belang beschmiert
Die Demonstration ging von der “Antifaschistischen Koordination von Belgien“ aus und begann gegen Mittag am Kunstberg in Brüssel. Von dort aus zogen nach Polizeieinschätzung rund 4.500 Menschen in Richtung Luxemburgplatz, wo es im Rahmen einer Abschlusskundgebung Ansprachen und Konzerte gab. Die Veranstalter sprachen von bis zu 10.000 Teilnehmern.
Unter dem Demonstranten waren auch Familien mit Kindern, Studierende und ältere Menschen. Sie trugen Plakate mit Sprüchen, wie „Nie wieder!“ oder „Die braune Pest ist zurück, lasst Euch nicht anstecken!“.
Anlass für diese Demonstration ist der Erfolg der rechtsradikalen Partei Vlaams Belang in Flandern, die bei den Wahlen am 9. Juni 22,7 % der Stimmen bekam. Doch auch der Rechtsruck von Parteien, wie den flämischen Nationaldemokraten N-VA und den frankophonen Liberalen MR waren Gründe, sich gegen Rechts in Belgien zu mobilisieren.
Gegen Faschismus und Rassismus
Die Demonstranten wollten mit dieser Kundgebung den zukünftigen Regierungen in Bund und Ländern in Belgien deutlich machen, dass sie eine Politik gegen Rechts wollen. Einer der Demonstranten sagte gegenüber VRT NWS: „Wir sind hier, um gegen Faschismus und Rassismus zu kämpfen, eine Strömung, die offenbar in unserer Gesellschaft anwesend ist. Und wir kämpfen auch gegen eine rechte Politik, von der wir spüren, dass sie auf und zu kommt.“
Einige Teilnehmer sehen auch gewisse Parallelen zu den 1930er Jahren: „Wenn man sich die Geschichte anschaut, sieht man, dass es klein anfängt und groß endet. Hier beginnt es mit einem demokratischen Sieg und dann passiert etwas von allem, bis es zu einer Machtübernahme kommt.“
Bei dieser Veranstaltung kam es nach Angaben der Polizei nicht zu nennenswerten Vorkommnissen. Nur am Madou wurde das Hauptquartier des Vlaams Belang mit Farbbeuteln beworfen und es wurden antifaschistische Tags gesprüht. Dabei wurde niemand festgenommen.

