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Zweisprachigkeit in Brüssel unter Druck: Anne wurde vergewaltigt, aber bei der Opferbetreuungsstelle sprach niemand Niederländisch

Nachdem einer Vergewaltigung hatte Anne* das Brüsseler Betreuungszentrum für Opfer sexueller Gewalt aufgesucht. Aber niemand konnte der traumatisierten Frau dort in ihrer Muttersprache, auf Niederländisch, zur Seite stehen. Man hätte ihr zwar Französisch oder Portugiesisch zur Verständigung angeboten, “aber ich konnte das nicht auf Französisch erzählen, vor allem nicht in einer Zeit, in der es mir emotional nicht gut ging und ich in Panik war". Die Behörden in der Region Brüssel-Hauptstadt, zugleich Flanderns Hauptstadt, können Zweisprachigkeit nicht gewährleisten.

Martina Luxen
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Einen Tag, nachdem die junge Frau Opfer einer Vergewaltigung geworden war, beschließt sie, ein Betreuungszentrum für Opfer sexueller Gewalt aufzusuchen. Davon gibt es deren 10 in Belgien. Die Zentren bieten medizinische Versorgung, eine gerichtsmedizinische Untersuchung, Unterstützung bei der Anzeigenerstattung und psychologischen Betreuung.

Im nächstgelegenen Betreuungszentrum konnte niemand Niederländisch, um ein Gespräch mit dem Opfer zu führen. Das Personal sprach nur Französisch, Portugiesisch oder Englisch.

Anne wollte und konnte die schlimme Vergewaltigung nicht in einer anderen Sprache als ihrer eigenen erzählen. Normalerweise kann auch ein Dolmetscher gerufen werden, aber diese Möglichkeit wurde nicht angeboten. Unter diesen Voraussetzungen hatte das Vergewaltigungsopfer keine andere Lösung als nach Leuven zu fahren, um sich helfen zu lassen. 

Der gravierende Mangel an niederländischsprachigem Personal in der zweisprachigen Region Brüssel wurde mit diesem Vorfall erneut deutlich.  

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