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Porträt eines Sultans gibt viele Rätsel auf und geht für 3 Mio. Euro an einen unbekannten Bieter

Bei einer Versteigerung im Antwerpener Auktionshaus Campo & Campo, Ende Mai, erzielte das Porträt eines orientalischen Sultans spektakuläre 3 Millionen Euro. Und das, obwohl es ursprünglich nur auf einige tausend Euro geschätzt worden war. Woher kam das Werk und wer hatte so viel Geld dafür übrig? Viele Fragen bleiben unbeantwortet. 

Martina Luxen
Veröffentlicht:

Eine Privatperson hatte dem Antwerpener Kunstauktionshaus Campo & Campo das Gemälde zwecks Versteigerung angeboten. Die Experten hat das Porträt eines unbekannten Sultans zunächst auf 500 bis 700 Euro geschätzt. Keiner konnte den Maler des Werks oder die Person, von der das Porträt angefertigt worden war, identifizieren.

Aber bald merkten Guy Campo und sein Team, dass das Gemälde etwas Besonderes ist. Unter anderem wegen des Stempels auf der Rückseite, der darauf hindeutet, dass es zur Sammlung von Wilhelm III. von Oranien (1650 bis 1702) gehörte. Wilhelm regierte in den Niederlanden und wurde später, nach seiner Heirat mit Maria II., unter anderem auch König von England und Schottland.

Nachdem das Porträt des Sultans in den Auktionskatalog erschienen war, brach ein großes internationales Interesse aus: "Die ganze Welt meldete sich", stellte Campo fest: "Wer Interesse hat, kann es sich anschauen kommen. Potenzielle Käufer haben es sich auch über Internet angesehen und dann ihr Angebot dann erhöht."  

Das Geheimnis bleibt (vorerst)

Campo & Campo ließ das Werk vor der Versteigerung auch von einem Experten für Alte Meister untersuchen. Das Rätsel konnte trotzdem vorerst nicht ganz gelöst werden.

Beim Startpreis legte das Auktionshaus jedenfalls die Latte höher und gab einen Betrag zwischen 2.000 und 4.000 Euro an.  

Das Ergebnis stellte diesen Betrag komplett in den Schatten: "Wir waren nicht in der Lage, es ausreichend zu untersuchen, aber der Markt korrigiert sich selbst", kommentierte Guy Campo das Ergebnis von 3 Millionen Euro.

Über den Käufer wollte Guy Campo nichts verraten.  

Passiert so gut wie nie

So etwas ist Guy Campo, der immerhin seit 42 Jahren in dem Auktionshaus arbeitet, noch nie vorgekommen: “Das hätte ich mir nie träumen lassen. Es kann passieren, dass man ein Werk auf beispielsweise 5.000 Euro schätzt und dass es dann für 200.000 Euro ersteigert wird. Aber 3 Millionen, das ist irgendwie absurd. Es zeigt jedoch auch, dass wir als 'kleines' Auktionshaus aus Belgien auf dem internationalen Markt gut abschneiden können."

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