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Polizeichef Nicholas Paelinck und Bürgermeister Bram Degrieck
Inland
Justiz

Durchsuchungen im Rathaus von De Panne und dem Polizeirevier in Koksijde

Ermittler der Zentralstelle für Korruptionsbekämpfung (CDBC) haben nach einer Beschwerde das Rathaus von De Panne und das Polizeirevier in Koksijde (Provinz Westflandern) durchsucht. Sie nahmen Handys, Laptops und Computer des Bürgermeisters und des Polizeichefs mit. Die Operation sei Teil von Ermittlungen gegen Menschenschmuggel.

Jens Van Reet
Veröffentlicht:

Am Dienstagmorgen besuchten 5 Ermittler der Zentralstelle für Korruptionsbekämpfung (CDBC) und der Bundeskriminalpolizei (FGP)  das Rathaus im Zeelaan in De Panne, an der belgischen Küste. Zu dieser Zeit tagte der Gemeinderat.

Bürgermeister Bram Degrieck musste in sein Büro kommen und verließ die Sitzung. Er sprach 2 Stunden lang mit den Ermittlern. Insgesamt dauerte die Suchaktion 6 Stunden. Degriecks Handy, Laptop und Computer wurden beschlagnahmt.

Bürgermeister Degrieck hatte keine Ahnung, was los war. "Die Ermittler konnten mir nichts über die Gründe für ihre Razzia sagen", sagte Degrieck gegenüber VRT NWS. "Ich hoffe, sie geben mir die Chance, es so schnell wie möglich zu erklären, obwohl ich nicht wüsste, wozu ich Stellung nehmen sollte."

Beschwerde in Brüssel

Ein ähnliches Szenario spielte sich fast zeitgleich im Polizeirevier von Koksijde, auch an der belgischen Küste, ab. Dort schienen die Ermittler den Polizeichef Nicholas Paelinck von der Polizeizone Westküste ins Visier zu nehmen. Sein Handy und sein Laptop wurden ebenfalls beschlagnahmt. Auch die Polizeizone an der Westküste wurde vorher nicht in Kenntnis gesetzt. "Wir wissen auch nicht, worum es bei der Razzia geht", sagte er.

Inzwischen wissen wir, dass die Klage nach einer Beschwerde einer Zivilpartei bei einem Ermittlungsrichter in Brüssel eingegangen sei. Auf dieser Grundlage hätten die CDBC und die FGP die Durchsuchungen durchgeführt. "Aber wir wissen nicht, von wem die Beschwerde stammt oder gegen wen sie gerichtet ist", sagte Kristiaan Vandenbussche, der Anwalt des Bürgermeisters.

Die Anklagepunkte lauten "geheime Absprachen zwischen Beamten, passive Bestechung, schriftliche Drohungen unter Befehl oder Bedingung, und Diebstahl".

Nach Informationen, die der VRT NWS-Redaktion vorliegen, stehe der Fall im Zusammenhang mit der Installation einer Überwachungskamera im Kampf gegen den Menschenhandel. Diese Kamera sei vom Vereinigten Königreich bezahlt worden. Die Ermittlungen seien aufgrund einer Beschwerde eines Unternehmens in diesem Sektor eingeleitet worden.

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