Mehr als 1.050.000 wahlberechtigte Belgier sind am Sonntag nicht wählen gegangen. Das entspricht rund 12,5 % des Elektorats. Damit folgten rund 100.000 Personen mehr ihrer Wahlpflicht nicht, als bei den letzten Wahlen zum EU- und zum Bundesparlament sowie den Regionalparlamenten im Jahr 2019.
Über 1 Million Menschen gingen am Sonntag in Belgien nicht zur Wahl
2019 war schon ein Rekord bei den Nichtwählern, der leider dieses Mal gebrochen wurde. In etwa entspricht die Zahl derer, die nicht gewählt haben, den Werten einer zweitgrößten Partei in Belgien.
Zum Vergleich: Die flämischen Nationaldemokraten der Neu-Flämischen Allianz (N-VA) bekamen in Flandern 1,165 Millionen Stimmen und wurden damit zur stärksten Partei.
In Belgien herrscht Wahlpflicht. Theoretisch riskieren die Nichtwähler ein Bußgeld, doch es kommt nur selten vor, dass die Staatsanwaltschaften dieses Vergehen ahnden. Hier liegen wohl andere Prioritäten vor.
Die Zahl der Wähler, die im Wahllokal „blanko“ gestimmt, also „weiß“ gewählt bzw. nicht abgestimmt haben, lag dieses Jahr leicht unter dem Wert von 2019. Am Sonntag wurden 415.912 Weißwähler registriert und vor 5 Jahren 438.098.
