Das dänische Pharmaunternehmen Lundbeck hat beschlossen, die Antidepressiva Nortrilen und Redomex vom belgischen Markt zurückzuziehen. Das Unternehmen sagt, es sei nicht rentabel, die Medikamente hier zu liefern. Psychiater und Krankenhausapotheker schlagen jetzt Alarm. "Diese Medikamente sind wirklich unverzichtbar."
Psychiater schlagen Alarm wegen Verschwindens zweier Antidepressiva
Nortriptylin (Nortrilen) und Amitriptylin (Redomex) sind Arzneimittel gegen Depressionen, die jährlich von 300.000 bis 400.000 belgischen Patienten eingenommen werden. "Wir setzen diese Medikamente bei Menschen mit schweren depressiven Symptomen ein, aber zum Beispiel auch zur Schmerzlinderung. Anästhesisten und Neurologen verwenden sie zum Beispiel bei Menschen, die sehr starke Nervenschmerzen haben“, sagt Kirsten Catthoor vom Flämischen Verein für Psychiatrie.
Die Firma Lundbeck hat nun beschlossen, beide Medikamente ab Juni vom belgischen Markt zu nehmen. "Das Unternehmen sagte, dass es sie mehr kostet, die Pillen hier auf dem Markt zu halten, als sie damit verdienen", sagt Catthoor. "Es ist also eine rein wirtschaftliche Entscheidung." In anderen Ländern wird der Verkauf wie gewohnt fortgesetzt.
"Unverzichtbar"
Alle Krankenhausapotheker- und Psychiaterverbände in unserem Land bündeln daher ihre Kräfte. Sie schrieben einen offenen Brief, in dem sie die Firma aufforderten, einzugreifen. Außerdem wollen sie sich dringend mit dem Kabinett von Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) zusammensetzen. "Er hat bereits gesagt, dass er prüft, was man tun kann, um die Medikamente verfügbar zu halten."
"Diese Medikamente sind wirklich unverzichtbar", betont Catthoor. "Sie stehen auf der Liste der unentbehrlichen Medikamente und werden auch im Rest der Welt als notwendig angesehen.“
Für eine bestimmte Gruppe von Patienten sind sie auch die einzigen Mittel, die bei schweren depressiven Symptomen wirken. "Es ist also wirklich wichtig für die öffentliche Gesundheit, dass diese Medikamente auf dem Markt bleiben."
