Team Fouad Ahidar war am Wahlsonntag ein Erfolg. Die Liste von Fouad Ahidar schaffte es sowohl in das flämische als auch in das Brüsseler Parlament. In Brüssel bekommt er drei Sitze, im flämischen Parlament wird für das Team künftig ein Abgeordneter sitzen. Aber wer ist Ahidar? Und wofür stehen er und sein Team?
Wer sind Fouad Ahidar und sein Team, die Überraschung im niederländischsprachigen Brüssel?
Bis Ende letzten Jahres war Fouad Ahidar Mitglied der flämischen Sozialisten (Vooruit) und sogar Fraktionsvorsitzender im Brüsseler Parlament. Im Dezember 2024 kündigte er aber an, die Partei zu verlassen. Die rassistischen und sexistischen Äußerungen des ehemaligen Vorsitzenden von Vooruit, Conner Rousseau, seien die unmittelbaren Gründe für das Verlassen der Partei gewesen. Er sagte damals: „Die Äußerungen des ehemaligen Parteivorsitzenden hätten eine große ethische Diskussion auslösen müssen. Rousseaus Verhalten hat die fast einstimmige Unterstützung des Politbüros, was unsere Glaubwürdigkeit in Frage stellt.“
Ahidar und Parteivorstand standen sich schon länger feindselig gegenüber. Im Jahr 2022 hatte Ahidar in Brüssel aus eigener Initiative einen Vorschlag zum Verbot des Schlachtens ohne Betäubung abgelehnt. Infolgedessen wurde der Vorschlag nicht angenommen. Damaliger Vooruit-Chef Rousseau war nicht erfreut darüber, dass Ahidar gegen die Parteilinie verstoßen hatte, und schloss ihn unerbittlich aus dem Parteivorstand aus. Dass er den Angriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 als „geringfügige Reaktion eines Teils der Hamas“ bezeichnet hatte, belastete das ohnehin schlechte Verhältnis zur Parteiführung schwer. Ahidar verließ daraufhin die Partei und gründete das „Team Fouad Ahidar“.
Koalition mit PVDA und Groen?
Am Sonntag wurde das Team mit 16,5 Prozent auf Anhieb zweitgrößte Kraft in der niederländischen Gruppe der Hauptstadt. Nur die flämischen Grünen (Groen) schnitten dort besser ab.
Ahidar ist mit einer sehr bunten Kandidatenliste und einem vielfältigen Programm zu Kaufkraft, Arbeit, Bildung und Wohnen zu den Wählern gegangen. Er strebt unter anderem eine Vermögenssteuer, weniger Leerstand, eine gerechte Verteilung des sozialen Wohnungsbaus und zweisprachige Schulen an. Er kämpft auch gegen Rassismus und für mehr Religionsfreiheit. Themen, die Brüsselerinnen und Brüsselern mit anderen Wurzeln wichtig sind.
Am Sonntagabend sagte Ahidar gegenüber den Kollegen von Bruzz, dass er sich eine Koalition mit der linksextremen PVDA und Groen vorstellen könne.
